Bayreuther-Festspiele

Bayreuther „Tannhäuser“ nimmt Corona-Maßnahmen und Valery Gergiev aufs Korn

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Der Bayreuther „Tannhäuser“-Regisseur Tobias Kratzer hat bei der Wiederaufnahme seiner gefeierten Inszenierung die Corona-Maßnahmen aufs Korn genommen - und den russischen Star-Dirigenten Valery Gergiev geärgert.

Tannhäuser-Szenenbild bei den Bayreuther Festspielen 2021 (Foto: Pressestelle, Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath)
2019 feierte „Tannhäuser“ von Regisseur Tobias Kratzer eine erfolgreiche Premiere auf dem Grünen Hügel. Zwei Jahre – und einen ausgefallenen Festspiel-Sommer – später ist die Produktion immer noch frisch, dank kleinster Änderungen. Pressestelle Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Wiederaufnahme mit kleinen Änderungen

Es gibt Regisseure, die lassen ihre Inszenierung Inszenierung sein, wenn sie die Premiere erst einmal hinter sich gebracht haben. Tobias Kratzer gehört nicht dazu.

Der Regisseur des gefeierten Bayreuther „Tannhäuser“ von 2019 hat im zweiten Jahr der Produktion an ganz kleinen Stellschrauben gedreht, damit sie auch zwei Jahre nach der Premiere noch genau so frisch wirkt, wie sie ist.

Valery Gergievs Unpünktlichkeit und Corona-Maßnahmen

In einem Einspieler war am Dienstagabend die Bayreuther Galerie mit Dirigenten-Porträts zu sehen. Vor dem Bild Gergievs stand ein Schild: „Komme etwas später“. Gergiev war im Premierenjahr 2019 Dirigent der Produktion - und damals dafür bekannt, dass er nicht immer ganz pünktlich zu den Proben erschien.

Er habe „an allen vertraglich vereinbarten Proben“ teilgenommen, sagte Festspiel-Chefin Katharina Wagner damals - ließ aber offen, wie viele das waren. Zweimal sei er zu spät gekommen, räumte sie ein. Im Einspieler von 2019 stand noch Christian Thielemann im Fokus, der damalige Musikdirektor der Festspiele.

Corona-Tests auf der Bühne

In einem weiteren eingespielten Film hält der VW.Bulli, mit dem Tannhäuser (Stephen Gould) und Venus (Ekaterina Gubanova) durch die Gegend fahren, an, damit alle Insassen auf das Coronavirus getestet werden können.

„Frisch (negativ) getestet“ steht dann auf einem Aufkleber. 2019 gab es an dieser Stelle noch einen Seitenhieb auf die als Bayreuther „Biogasanlagen-Tannhäuser“ bekannt gewordene Inszenierung von Sebastian Baumgartner, die inzwischen längst in Vergessenheit geraten ist.

Erfolg beim Publikum

Auch in ihrem zweiten Jahr wird Kratzers von der Opernwelt 2020 als Aufführung des Jahres ausgezeichnete Inszenierung begeistert gefeiert. Wenige Buhs werden von lauten Bravo-Rufen niedergebrüllt.

Viel Applaus gibt es auch für Dirigent Axel Kober, der in diesem Jahr statt Gergiev am Pult steht. Den meisten Jubel erntet Sängerin Lise Davidsen für ihre klare und stimmgewaltige Darstellung der Elisabeth.

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SWR