Musikgespräch

„Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“ – Axel Brüggemann über seinen Film

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INTERVIEW
Katharina Eickhoff

Am 28. Oktober 2021 kommt der Film „Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“ von Axel Brüggemann in die Kinos. Auf seiner „dokumentarischen Reise durch die Welt der Wagnerianer“ traf der Musikjournalist Juden und Moslems, Metzger und Musiker, beobachtete Christian Thielemann beim Dirigieren und die Bayreuther Festspiel-Chefin Katharina Wagner beim Inszenieren.

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„Ich habe versucht, den Film in Gegensätzen aufzubauen. Der jüdische Wagnerianer in Tel Aviv und der muslimische Wagnerianer in Abu Dhabi und die Erzähler dieses Films sind das Metzger-Ehepaar Rauch und auf der anderen Seite Alex Ross, der große Wagner-Experte“, so Axel Brüggemann über die Auswahl seiner Gesprächspartner*innen.

Trailer: „Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“

Auch habe Brüggemann interessiert, wie die Wagner-Rezeption in anderen Ländern sei. Die erstaunliche Entdeckung: Wagner-Fans sind augenscheinlich ganz unterschiedliche Menschen. „Es gibt jüdische, christliche und muslimische Wagnerianer. Es gibt Kapitalisten und es gibt Kommunisten, die Wagner lieben. Es gab Faschisten, die Wagner lieben. Es gibt Demokraten, die Wagner lieben“, so Brüggemann

Die Herausforderung des Films war es, zu zeigen, dass Menschen mit komplett unterschiedlichen kulturellen Backgrounds trotzdem in ihrer Wagner-Leidenschaft vereint sind.

Wie es um die Unabhängigkeit steht

Axel Brüggemann pflegt seit vielen Jahren eine gute berufliche Beziehung zum Mekka aller Wagnerianer: den Bayreuther Festspielen. Während der Festspiele moderiert er beim Sender Sky eine Bayreuth-Show, und ist hinter den Kulissen dabei. Es sei immer eine Ambivalenz, wenn man als Journalist so nah dabei sei, gibt er im Gespräch zu.

Brüggemann kennt auch die Festspielleiterin Katharina Wagner seit vielen Jahren: „Ich glaube, wir vertrauen einander, und gleichzeitig akzeptiert sie auch journalistische Unabhängigkeit“. Für den Film hätten die Bayreuther Festspiele zum ersten Mal ihre Türen geöffnet. Gleichzeitig hätte es auch eine Grundbedingung gegeben: Niemand von den Bayreuther Festspielen sollte den Film vor dem Kinostart (am 28. Oktober) sehen.

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