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Er war einer der führenden Pianisten des vergangenen Jahrhunderts und galt als einer der freundlichsten Musiker der Klassikszene. Es wird nun aber keine Gelegenheit mehr geben, ihn nochmals aktiv zu erleben.

Vladimir Ashkenazy 2017 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, HaloPix/PIXSELL)
Seinen Aufführungen lag ein riesiges Repertoire von Bach bis Schostakowitsch zu Grunde: Vladimir Ashkenazy HaloPix/PIXSELL

Der Pianist und Dirigent Vladimir Ashkenazy hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt angekündigt. Der 82-Jährige habe beschlossen, "dass es für ihn an der Zeit ist, sich von öffentlichen Auftritten zurückzuziehen", wie seine Londoner Agentur HarrisonParrott am Freitag, 17. Januar, bekanntgab. Eine weitergehende Begründung der Entscheidung wurde nicht mitgeteilt.

"Seine Auftritte waren Mittelpunkt der Konzertsaisons der größten Konzertsäle und Festivals auf der ganzen Welt. Er hat jedoch immer geglaubt, dass Musik ein spirituelles Geschenk der Erleuchtung für jeden ist, und er hat während seiner 70-jährigen Karriere auch nie kleinere Orte vernachlässigt, einschließlich winziger Inseln und abgelegener Gemeinden."

Jasper Parrott, Ashkenazys langjähriger Agent

Ashkenazy wurde 1937 in der Sowjetunion geboren und begann mit sechs Jahren Klavier zu spielen. 1962 gewann er beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau den ersten Preis. Seit Ende der 1970er-Jahre war Ashkenazy auch als Dirigent und Musikdirektor tätig. Er war Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, des Sydney Symphony Orchestra und der Tschechischen Philharmonie. Ab 2004 leitete er außerdem drei Jahre lang das NHK Symphony Orchestra in Tokio als Musikdirektor.

Ashkenazy wohnt seit vielen Jahren in der Schweiz und besitzt nach seiner Heirat mit einer Isländerin auch die isländische Staatsbürgerschaft.

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