Personalwechsel

Alexander Neef wird bereits im September Chef der Pariser Oper

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Der Musikmanager Alexander Neef soll nach Angaben des französischen Kulturministeriums die Leitung der Pariser Oper bereits kommende Woche übernehmen. Kulturministerin Roselyne Bachelot habe dem Präsidialamt vorgeschlagen, dass Neef wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Oper den Posten von Stéphane Lissner bereits zum 1. September übernehmen solle, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Eine Zeremonie für die Übergabe solle demnach kommenden Dienstag im Kulturministerium stattfinden.

Alexander Neef (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Gaetz Photography/ Canadian Opera Company/dpa)
2018 wurde Neef für sein prägendes Wirken in der internationalen Kulturlandschaft mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ab 2021 kann er das Kulturleben in Paris prägen. Gaetz Photography/ Canadian Opera Company/dpa

Lissner, der den Posten seit 2014 inne hat, sollte die Leitung eigentlich 2021 abgeben. Im Juni kündigte Lissner wegen der wirtschaftlichen Krise des Opernhauses an, das Zepter schon früher an Neef überreichen zu wollen. In einem Interview bezifferte Lissner die Schulden der beiden Häuser Garnier und Bastille auf 40 Millionen Euro. Man befinde sich nicht in einer normalen Übergabesituation, erklärte er damals. Die Pariser Oper war von den mehrwöchigen Streiks gegen die Rentenreform und von der Corona-Krise schwer getroffen worden.

Neef ist seit 2008 Intendant der Oper im kanadischen Toronto. Der 46-Jährige begann seine Karriere in der künstlerischen Leitung der Salzburger Festspiele und der Ruhrtriennale. Unter der Pariser Opern-Intendanz von Gérard Mortier (2004-2009) wirkte er an zahlreichen Opernproduktionen in der französischen Hauptstadt mit. In seiner derzeitigen Funktion als Chef der Oper in Toronto gelang es ihm, die Canadian Opera Company zu einem der bedeutendsten internationalen Häuser zu machen.

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SWR