Musiklehrerverband beklagt Unterrichtsausfall Schulmusikunterricht in Gefahr

Die deutschen Musiklehrer treffen sich in Hannover zu ihrem Bundeskongress und stellen vorab fest: Es fehlen ausgebildete Musiklehrer. Es fehlt der Nachwuchs. Es fehlt an Wertschätzung.

Kubanischer Gitarrenlehrer bereitet sich in einem leeren Unterrichtsraum auf seinen Musikunterricht vor (Foto: SWR, picture-alliance / dpa - Bernhard Schmerl)
In deutschen Schulen fällt häufig der Musikunterricht aus - in Cuba wartet der Musiklehrer auf seine Schülerinnen picture-alliance / dpa - Bernhard Schmerl

Der Bundesverband Musikunterricht hat vor einer weiteren Abwertung des Schulfachs Musik gewarnt. Viele Schulen hätten nur einen Musiklehrer - wenn der krank sei, falle der Unterricht aus, sagte Verbandspräsident Ortwin Nimczik der Deutschen Presse-Agentur. Zunehmend werde Musik von Seiteneinsteigern oder Pädagogen unterrichtet, die das Fach gar nicht studiert haben, kritisierte er. Da Fachlehrer fehlen, plädierte der Professor der Hochschule für Musik in Detmold für die Weiterbildung von musikaffinen Lehrerinnen und Lehrern, gerade an Grundschulen, wo der Mangel besonders groß sei. Dafür müssten die Länder auch Geld ausgeben, forderte Nimczik.

Von Mittwoch, 26. September, an, kommen über 1500 Musikpädagogen aus ganz Deutschland zum 4. Bundeskongress Musikunterricht in Hannover für fünf Tage zusammen. Bundesweit gibt es rund 40 000 Musiklehrer für rund 8,3 Millionen Schülerinnen und Schüler. Das Schüler-Lehrer-Verhältnis werde angesichts einer Pensionierungswelle und steigender Schülerzahlen in den nächsten Jahren nicht besser, befürchtet der Verbandschef. Zudem gebe es - auch wegen der Unterrichtsausfälle - weniger Jugendliche, die Musik in der Oberstufe als Schwerpunkt wählten und anschließend studierten.

Fachkräftemangel wie beim Handwerk

Nimczik plädiert für eine größere Wertschätzung für das Schulfach Musik und für Musiklehrer. "Die künstlerischen Ausbildungen an den Musikhochschulen boomen", berichtete der Hochschullehrer. Viele Studierende entscheiden sich für ein Instrument, obwohl sie wissen, dass sie kaum Chancen auf eine feste Anstellung als Orchestermusiker haben. Der Sektor der Musiklehrer dagegen stehe vor ähnlichen Problemen wie das Handwerk - trotz hervorragender Auftragslage fehle der Nachwuchs, sagte Nimczik. "Dagegen gehen wir an." Die musikalische Bildung dürfe nicht zur Privatsache werden.

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