Ausgezeichnet Hugo-Wolf-Medaille für Gundula Janowitz

Mit der Hugo-Wolf-Medaille werden Verdienste um das Lied im Allgemeinen und um die Kompositionen Hugo Wolfs im Besonderen ausgezeichnet. Bisher wurde sie erst siebenmal verliehen.

Die österreichische Sopranistin Gundula Janowitz wurde gestern, 6. Oktober, mit der Hugo-Wolf-Medaille 2019 ausgezeichnet. Die Verleihung der undotierten Auszeichnung fand im Rahmen einer Matinee an der Staatsoper Stuttgart statt. Die Laudatio auf Janowitz (82) hielt Musikpublizist Wilhelm Sinkovicz. Die Künstlerin habe sich zeitgleich und leidenschaftlich für die Gattungen Oper und Lied stark gemacht und "ihre mehr als 30 Jahre dauernde, glanzvolle Opernkarriere unter die Leitsterne W. A. Mozart, Richard Wagner und Richard Strauss" gestellt, wie die Internationale Hugo-Wolf-Akademie am Montag, 22. Juli, in Stuttgart mitteilte.

Konzert- und Opernsängerin Gundula Janowitz in Hamburg 1965 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Siegfried Pilz)
Verabschiedete sich 1990 von der Bühne, ihre große Zeit hatte sie bereits in den 1960er-Jahren: Gundula Janowitz, hier 1965 in Hamburg Siegfried Pilz

Janowitz ist vor allem durch ihre Interpretationen der Werke von Mozart und Richard Strauss bekannt geworden. 1937 in Berlin geboren, übersiedelte sie nach Kriegsende nach Graz und studierte von 1953 bis 1959 Gesang am Landeskonservatorium, wo sie von Herbert von Karajan entdeckt wurde. Erfolge feierte sie an der Wiener Staatsoper, dort sang sie rund 50 Rollen. Janowitz trat an allen großen Opernhäusern und bei den Festspielen in Salzburg und Bayreuth auf.

Janowitz folgt Thomas Hampson als Preisträgerin

Die Hugo-Wolf-Akademie entstammt einem Kreis von Liebhabern des Lieds und der Gesangskunst, den der Stuttgarter Jurist Hugo Faißt in Gedenken an den österreichischen Komponisten Hugo Wolf (1860-1903) ins Leben rief. Die erste Hugo-Wolf-Medaille ging 2008 an den Opernsänger und Dirigenten Dietrich Fischer-Dieskau, die letzte 2017 an den Sänger Thomas Hampson und seinen Klavierpartner Wolfram Rieger. Der Pianist trat im Rahmen der Matinee in der Staatsoper nun zusammen mit Sopranistin Juliane Banse und Bariton Benjamin Appl zu Ehren der aktuellen Preisträgerin auf.

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