Tod und Trauer Opernsängerin Jessye Norman ist tot

Als Kind hörte sie Opern im Radio. Ihr Operndebüt feierte die Afroamerikanerin Jessye Norman in Berlin in Wagners "Tannhäuser". Jetzt starb sie mit 74 Jahren in New York.

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Die US-amerikanische Opernsängerin Jessye Norman ist tot. Die Sopranistin starb am Montag, 30. September, in einem Krankenhaus in New York, wie ihre Familie mitteilte. Demnach erlag die Sängerin den Folgen einer Rückenmarksverletzung, die sie sich 2015 zugezogen hatte.

Norman machte sich unter anderem als Interpretin von Wagner-Opern einen Namen, wurde aber auch als Jazz-Sängerin geschätzt. Die Afroamerikanerin feierte als eine der ersten dunkelhäutigen KünstlerInnen in der Opernwelt internationale Erfolge.

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"Wir sind ebenso stolz auf ihr humanitäres Engagement im Kampf gegen Hunger, Obdachlosigkeit, für Ausbildung der Jugend, sowie Kunst- und Kulturbildung. Ihr Vermächtnis wird eine Quelle der Freude bleiben."

Aus einer Erklärung ihrer beiden Geschwister James Norman und Elaine Sturkey

Ihre Karriere begann die 1945 in Augusta im US-Bundesstaat Georgia geborene Norman in Deutschland: 1968 gewann sie beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München. Ein Jahr später feierte sie ihr Debüt an der Deutschen Oper in Berlin. Viermal in ihrer Laufbahn gewann Jessye Norman einen Grammy, den wichtigsten US-amerikanischen Musikpreis - unter anderem 2006 für ihr Lebenswerk.

Von Verdi bis Jazz

Norman galt als bahnbrechende Sängerin. So gehörte sie zu den wenigen dunkelhäutigen Kunstschaffenden, die in der Opernwelt international zu Ruhm und Ehre kamen. Norman trat in renommierten Häusern wie der La Scala in Mailand und der New Yorker Metropolitan Opera auf und füllte mit ihrer leidenschaftlichen Sopranstimme Titelrollen in Werken wie Georges Bizets "Carmen" und Giuseppe Verdis "Aida" aus. Sie beschränkte sich aber nicht nur auf die Welt der Oper und der klassischen Musik. Bei Standards und Songs von Jazz-Größen wie Duke Ellington war Norman ebenfalls zu Hause.

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