Geschlechtergerechtigkeit Online-Petition für Frauenquote an Berliner Opern

Mit Nicola Raab an der Komischen Oper gibt es in der kommenden Saison nur eine einzige regieführende Frau an Berlins Opern. Dies ist nun Anlass für die Forderung: „Mehr Regisseurinnen auf Berliner Opernbühnen!“

Klaus Lederer vor der Staatsoper Unter den Linden. Berlin, 07.10.2017 (Foto: SWR, picture-alliance / Reportdienste - Thomas Bartilla/Geisler-Fotopres)
Von ihm fordert die Petition, „seine Haltung zu der Problematik öffentlich zu erklären“: Klaus Lederer, Berlins Kultursenator picture-alliance / Reportdienste - Thomas Bartilla/Geisler-Fotopres

Kulturschaffende fordern für die drei großen Berliner Opernhäuser eine Frauenquote von mindestens 50%. Anlass war für die InitiatorInnen der Blick auf die Spielpläne der kommenden Saison an den drei Häusern: Bei 21 Premieren wird die Regie nur einmal von einer Frau geführt. „Wir finden nicht, dass das ewig so weitergehen kann", so die Einleitung zum veröffentlichten Forderungskatalog. Auch die finanzielle Förderung durch den Hauptstadtkulturfonds will die Petition an die Einhaltung von Quoten koppeln.

Die Petition ist adressiert an „Kulturpolitikerinnen und Kulturpolitiker“, welche aufgefordert werden, in Berlin „gegen diesen eklatanten Missstand einzuschreiten“. Außerdem wird gefordert, bei der Besetzung von Führungspositionen innerhalb der Häuser eine Quotierung verbindlich vorzuschreiben. Die drei Berliner Intendanten der drei großen Häuser werden zudem aufgefordert, per Selbstverpflichtung zu garantieren, dass der Frauenanteil in der Saison 2020/2021 auf 50% erhöht wird.

Vorbild Berliner Theatertreffen

Zu den ErstunterzeichnerInnen der Petition zählen unter anderem die Intendantin des Hebbel am Ufer, Annemie Vanackere, die Vorsitzende des Bundes der Szenografen, Judith Adam, der Verein Pro Quote Bühne sowie die Opernregisseurin Kerstin Steeb. Erst vor einem Monat hatte die Leitung des Berliner Theatertreffens beschlossen, ab dem kommenden Jahr eine Frauenquote einzuführen. Mindestens die Hälfte der ausgesuchten Stücke soll dann von Regisseurinnen stammen.

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