Ruhm und Ehre Nationalpreis an Cellistin Anita Lasker-Wallfisch

Als 17-Jährige wurde sie Mitglied im sogenannten Mädchenorchester im Vernichtungslager Auschwitz. Ihr Cellospiel rettet ihr damit das Leben. Für ihr Engagement gegen den Antisemitismus wird sie nun ausgezeichnet.

Die 92jährige Anita Lasker-Wallfisch, eine der letzten Holocaust-Überlebenden (Foto: Imago/Fotograf XY -)
Die 93-jährige Anita Lasker-Wallfisch, eine der letzten Holocaust-Überlebenden, 2012 bei einer Talkshow in Berlin Imago/Fotograf XY -

Der mit 30.000 Euro dotierte Deutsche Nationalpreis geht in diesem Jahr an die Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch. Man zeichne damit eine starke Streiterin im Kampf gegen den Antisemitismus aus, teilte die Deutsche Nationalstiftung am Donnerstag, 4. April, in Hamburg mit. Lasker-Wallfisch hat das Vernichtungslager Auschwitz dank ihres Mitwirkens im Mädchenorchester überlebt. Seit Jahrzehnten widmet sie sich der Aufklärung deutscher SchülerInnen und Jugendlicher über die Gräuel des Nationalsozialismus.

„Die Deutsche Nationalstiftung will damit unterstreichen, dass aus ihrer Sicht das entschlossene Eintreten gegen alle Formen von Antisemitismus Teil der deutschen Identität sein muss“, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Mirow. Zudem wurde ein Förderpreis in Höhe von 20.000 Euro ausgeschrieben. Ihn soll eine Organisation erhalten, die sich in der Bekämpfung des Antisemitismus engagiert und dabei vor allem junge Menschen anspricht. Die Stiftung verleiht den Deutschen Nationalpreis jährlich seit 1997.

Cellistin und Mitbegründerin des English Chamber Orchestra

Anita Lasker-Wallfisch wurde 1925 in Breslau geboren und lernte in jungen Jahren Cello. Sie überlebte die Vernichtungslager Auschwitz und Bergen-Belsen als Cellistin im Mädchenorchester. Nach Kriegsende emigrierte sie nach Großbritannien, wo sie bis heute lebt. Sie ist Mitbegründerin des Londoner English Chamber Orchestra und spielte dort bis um die Jahrtausendwende als Cellistin. Seit 1994 ist sie an deutschen Schulen unterwegs, um über die Folgen des Antisemitismus aufzuklären. 2018 hielt sie die Rede beim Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag.

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