Instrumente Kuss Quartett erhält Stradivari-Instrumente

Das „Paganini-Quartett“ - vier Instrumente des Geigenbaumeisters Antonio Stradivari - wird von einer japanischen Stiftung regelmäßig berühmten Quartetten zur Verfügung gestellt. Erstmals gehen diese nun an ein deutsches Quartett.

Kuss Quartett (Foto: SWR, Kuss Quartett - Rüdiger Schestag)
Im Juni in Tokyo und dann mit neuen Instrumenten zu erleben: das Kuss Quartett Kuss Quartett - Rüdiger Schestag

Das Kuss Quartett erhält von der japanischen Nippon Music Foundation das berühmte „Paganini-Quartett“ von Antonio Stradivari als Leihgabe. Das Berliner Quartett will damit alle Streichquartette von Ludwig van Beethoven in Tokyo in der Suntory Hall spielen sowie live aufnehmen, wie das Quartett am 30. April mitteilte. Das Kuss-Quartett ist das erste Ensemble aus Deutschland, welches diese legendären Instrumente spielen darf. Zuletzt waren die Instrumente im Besitz des Hagen-Quartetts und des italienischen Quartetto di Cremona.

Die 1974 gegründete Nippon Music Foundation, die Eigentümerin der Instrumente, besitzt nach eigenen Angaben die weltweit größte Sammlung von Instrumenten, die von Antonio Stradivari gebaut wurden. Die vier Instrumente des „Paganini-Quartett“ stammen aus dem Besitz des Geigenvirtuosen Niccoló Paganini und gingen nach dessen Tod durch verschiedene Hände, bevor sie im 20. Jahrhundert durch einen Händler wiedervereint wurden. Von 1946 bis 1966 waren sie Namensgeber des „Paganini-Quartetts“, 1994 wurden sie schließlich von der japanischen Stiftung erworben, welche die Instrumente dann fast 20 Jahre dem Tokyo String Quartet zur Verfügung stellte.

Beethovens 16 Streichquartette an fünf Abenden

Das Kuss Quartett wird den Beethoven-Zyklus im Juni an fünf Konzertterminen in Tokyo spielen und somit nach dem Tokyo String Quartet als zweites Quartett überhaupt den Beethoven-Quartettzyklus mit diesen Instrumenten aufnehmen. Die Aufnahmen sollen Anfang 2020 bei dem britischen Label Rubicon Classics erscheinen. Ergänzt wird der Zyklus durch die Uraufführung von „Beethoveniana“, einem Auftragswerk des französischen Komponisten Bruno Mantovani.

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