Kulturförderung Kein Posten für die Kultur - Deutscher Musikrat kritisiert neue EU-Kommission

Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hat ihre Pläne für die neue EU-Kommission bekanntgegeben. Der Deutsche Musikrat und der Deutsche Bühnenverein bemängeln, die neue EU-Kommission vernachlässige die Kulturförderung.

Der Deutsche Musikrat machte darauf aufmerksam, dass keines der neu ernannten Mitglieder der EU-Kommission explizit für Kultur zuständig sei. Stattdessen würde Kulturförderung in der Generaldirektion „Innovation und Jugend“ behandelt.

Die neue EU-Kommissarin für Innovation & Youth, Mariya Gabriel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Dursun Aydemir)
Soll für Innovation und Jugend zuständig sein: Mariya Gabriel Dursun Aydemir

Zum ersten Mal seit 1999 gebe es keinen Kommissionsposten für Kultur und Bildung, kritisierte auch Marc Grandmontagne, Direktor des Deutschen Bühnenvereins. Er befürchte, die Entscheidung könne ein Zeichen für den Stellenwert sein, den die neue Kommissionspräsidentin der Kultur zurechnet. Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat äußerte bereits in SWR2, die neue Kommission tue „bedauerlich wenig“ für die Kultur:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Kultur als Querschnittsaufgabe

Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrat, appellierte an die EU-Kommission, der Kultur einen höheren Stellenwert einzuräumen.

„Es ist dringend geboten, Kultur als Querschnittsaufgabe innerhalb der Kommission zu verstehen“

Prof. Christian Höppner

EU als Wertegemeinschaft wichtiger denn je

Höppner kritisierte außerdem, dass für das kommende Jahr insgesamt nur knapp 80 Millionen Euro aus EU-Kulturförderungsprogrammen zur Verfügung stünden. Die EU sei angesichts auseinanderdriftender Gesellschaften mehr denn je darauf angewiesen, sich als Wertegemeinschaft zu verstehen.

Die EU-Kommission mit mehr als 30.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen schlägt Gesetze für die Staatengemeinschaft vor und überwacht deren Einhaltung. Die neue Kommission soll ihre Arbeit am 1. November aufnehmen.

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