Komponist Friedhelm Döhl gestorben Initiator für Neue Musik

In Basel gründete Friedhelm Döhl ein Studio für Elektronische Musik, in Lübeck die „Werkstatt Neue Musik“ und für den NDR das Festival „Das Neue Werk“. Mit 82 Jahren ist er nun verstorben.

Friedhelm Döhl (Foto: SWR, Musikhochschule Lübeck - Dirk Hourticolon)
Von 1980 bis 1983 war er Präsident der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, Sektion Deutschland: Der Komponist Friedhelm Döhl Musikhochschule Lübeck - Dirk Hourticolon

Der Lübecker Komponist und ehemalige Rektor der Musikhochschule Lübeck (MHL) Professor Dr. Friedhelm Döhl ist tot. Er starb bereits am vergangenen Dienstag, 25.September, im Alter von 82 Jahren, wie die Musikhochschule mitteilte. Döhl war von 1982 bis 2004 an der MHL als Professor für Komposition tätig und von 1991 - 1994 deren Rektor. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Brahms-Festivals, das von ihm mitinitiiert wurde.

Döhl wurde 1936 in Göttingen geboren und studierte an der Musikhochschule Freiburg Komposition bei Wolfgang Fortner. Bevor er nach Lübeck wechselte war er von 1964 bis 1967 Dozent am Robert-Schumann-Konservatorium Düsseldorf und von 1969 bis 1974 Professor am Musikwissenschaftlichen Institut der Freien Universität Berlin. Auf seine Initiativen gehen die Gründungen zahlreicher Musikreihen und -formate zurück. Sein Werk umfasst Kompositionen für Soloinstrumente, Kammermusik, Vokalwerke, und Orchester; ebenfalls Klang-Szenen, Musiktheater und Raum-Kompositionen.

Werke über Sein und Dasein

Rico Gubler, Präsident der MHL über den Komponisten würdigte Döhl als kreativen und umsichtigen Rektor der MHL und als „eine prägende Dozierenden- und Komponistenpersönlichkeit.“ Für die MHL war er „eine wichtige Stimme in der zeitgenössischen Musik“, die sich in „mitreißend expressiver Tonsprache“ in seinen Werken dem Nachdenken über Sein und Dasein widmete. 2001 erhielt er die Goldene Ehrengedenkmünze „Bene Merenti“ der Hansestadt Lübeck.

STAND