Barrie Kosky will nicht Intendant bleiben Komische Oper künftig mit Doppelspitze

Der australische Regisseur führt das derzeit angesagteste Opernhaus Berlins. Trotzdem will Barrie Kosky sein Intendantenamt aufgeben. Ab 2022 wird das Haus von Philip Bröking und Susanne Moser geleitet.

Komische Oper Berlin, Barrie Kosky, susanne Moser, Philipp Brüking (Foto: SWR, picture-alliance / Reportdienste - Christoph Soeder)
Die künftige Doppelspitze und ihr Vorgänger an der Komischen Oper (v.l.): Barrie Kosky, Susanne Moser und Philip Bröking picture-alliance / Reportdienste - Christoph Soeder

Berlins Komische Oper Berlin erhält ab der Spielzeit 2022/23 eine Doppelspitze. Das Haus wird dann von Susanne Moser und Philip Bröking geleitet. Das Duo löst den aktuellen Intendanten Barrie Kosky ab, der dem Haus aber auch nach Ablauf seines Vertrags im Jahr 2022 als Hausregisseur verbunden bleiben möchte. Damit sei in dieser schwierigen Phase die künstlerische Kontinuität gesichert, sagte der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Donnerstag, 31. Januar, bei der Vorstellung des künftigen Leitungsteams.

Die beiden künftigen Ko-Intendanten sind bereits seit 2005 an der Komischen Oper tätig. Philip Bröking ist Operndirektor, Susanne Moser Geschäftsführende Direktorin; diese Funktionen sollen sie auch in den fünf Interimsspielzeiten ab 2022 ausüben. Das Berliner Opernhaus soll dann für 225 Millionen Euro generalsaniert werden und in das Schiller Theater ziehen. Kosky sprach von einer "Komischen Oper im Exil" und versprach Aufführungen in der ganzen Stadt: "Wir werden jedes Jahr ein Opernfestival haben."

Mehr Regiearbeiten von Kosky

Kosky will in Zukunft als freier Regisseur arbeiten. In der vergangenen Spielzeit debütierte er als Regisseur bei den Bayreuther Festspielen, seine „Meistersinger“ wurden von der Opernwelt zur Aufführung des Jahres gewählt. Der 51-Jährige ist seit 2012 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper. "Ich habe immer gesagt: Zehn Jahre reichen." Bereits 2017 habe er ein Angebot der Bayerischen Staatsoper ausgeschlagen. Er wolle aber seiner Verantwortung für die Komische Oper gerechtbleiben und sie in der Zeit der Sanierung weiter begleiten. "Das Haus ist wie Sauerstoff für mich."

STAND