Wirtschaftsfaktor Musik Jahr 2018 schließt mit Umsatzgewinnen im Musikalienhandel

Die Geschäfte laufen gut in den Branchen Musikinstrumente und Musikequipment. Sorgen machen nur der ruinöse Preiskampf aufgrund von Billigangeboten und Handelshemmnisse durch das Artenschutzabkommen.

DJ-Equipment (Foto: SWR, SOMM - Society Of Music Merchants e. V. - Markus Nass)
Die Hauptwarengruppen DJ-Equipment war 2018 mit einem Umsatzplus von 8,7 Prozent der größte Gewinner auf dem Musikmarkt. SOMM - Society Of Music Merchants e. V. - Markus Nass

Mit einem Umsatzplus von sechs Prozent hat der deutsche Markt für Musikinstrumente, Musikequipment, ProAudio und Notenausgaben das Jahr 2018 abgeschlossen. Damit setzte die Branche rund eine Milliarde Euro um, wie der Branchenverband SOMM (Society Of Music Merchants) am Montag, 1. April, in Frankfurt mitteilte. Die umsatzstärksten Segmente im deutschen Markt waren demnach Tasteninstrumente mit einem Marktanteil am Gesamtumsatz von 17 Prozent, gefolgt vom Segment Beschallung auf Platz zwei. Der Gesamtmarkt wuchs nach den Angaben im fünften Jahr in Folge.

Trotz der guten Zahlen gibt es nicht nur Grund zur Freude, wie Daniel Knöll, Geschäftsführer der SOMM, mitteilt. "Größte Aufgabe in den kommenden Jahren wird die Auseinandersetzung mit fairen Gewinnchancen für alle Marktbeteiligten sein.“ Marktteilnehmer spüren bei Musikinstrumenten einen ruinösen Preisverfall. "Das Kulturgut Musikinstrument hat einen Wert, den wir nicht aufs Spiel setzen dürfen“, warnt Knöll. Auch Heinz Stroh, Geschäftsführer des Gesamtverbandes Deutscher Musikfachgeschäfte, sieht die Gefahr, "dass der Musikfachhändler oftmals beim Instrumentenverkauf keine ausreichende Marge mehr erwirtschaften kann."

Branche sieht sich von Artenschutzabkommen behindert

Die Branche sieht sich außerdem mit weiteren großen bürokratischen Herausforderungen konfrontiert, die den Handel mit Musikinstrumenten massiv erschwerten, so der Verband. Zuvorderst nennt der Verband hier die Bürokratiehemmnisse der Artenschutzbestimmungen. „Die Verordnung führt zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung, die in der Folge erhebliche kultur- und wirtschaftspolitische Schäden anrichtet,“ kritisiert Knöll. Der Verband fordert hier, "schnellstmöglich eine Legalausnahme in die Bundesartenschutzverordnung aufzunehmen", um nicht das Kulturgut Musikinstrument zu bedrohen. Die Hemmnisse entstehen vor allem bei der Verwendung geschützter Tropenhölzer im Instrumentenbau.

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