Inszenierungskritik Stift Klosterneuburg verhindert erotische Opernszenen in Kirche

Das Stift Klosterneuburg hat erotische Szenen in einer Operninszenierung des Regisseurs Peter P. Pachl verhindert. Die Szenen seien nicht geeignet für eine Aufführung in der Kirche.

„Die Königin von Saba“, komponiert von Carl Goldmark und neuinszeniert von Peter P. Pachl, ist eine biblische Friedensoper zum Nahost-Konflikt, aufgeführt in der Stiftskirche Klosterneuburg in Österreich. Nach der Generalprobe am Mittwochabend wurden laut Nachrichtendienst APA erotische Szenen aus der Oper gestrichen, sonst wäre es nicht zur Aufführung des Stückes gekommen.

Regisseur Peter P. Pachl (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance / Daniel Karmann)
Darf nicht alle Szenen seiner Oper „Die Königin von Saba“ aufführen: Peter P. Pachl Picture Alliance / Daniel Karmann

Erotische Szenen gehören nicht in eine Kirche

Die Premiere der Neuinszenierung am Donnerstag lief demnach mit veränderten Szenen. Walter Hanzmann, Sprecher des Stifts, äußerte APA gegenüber, es habe in der Kirche nichts zu suchen, dass eine nackte Frau im String-Tanga mit einem überdimensionalen Dildo umgeschnallt um den Altar spaziere. Dies sei bei der Generalprobe noch der Fall gewesen.

Regisseur Peter P. Pachl, ehemals Intendant der Berliner Symphoniker, teilte mit, hätte er keine Veränderungen vorgenommen, hätten die beiden Vorführungen nicht stattgefunden.

Keine Beanstandung während der Hauptproben

Pachl äußerte, es habe keine Beanstandung der Szenen während der beiden Hauptproben gegeben, erst nach der öffentlichen Voraufführung. Stift-Sprecher Hanzmann gab an, nicht zu den Hauptproben eingeladen worden zu sein.

Das Stück wurde zuletzt 1937 in Wien aufgeführt, die Neuinszenierung entstand eigens für das Stift Klosterneuburg. Im Original bezog sich das Stück auf Orientalismus im 19. Jahrhundert, nun wurde es aktualisiert und thematisiert den Nahost-Konflikt. Es spielen das pianopianissimo musiktheater und die Donau Philharmonie Wien.

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