Immaterielles Kulturerbe Steigerlied soll auf Kulturerbe-Liste

„Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt.“ Und nach dem Willen des Ruhrkohle-Chors soll das Steigerlied auch auf die Liste des immatriellen Welterbes kommen.

Das Steigerlied soll auf die deutsche Liste des "Immateriellen Kulturerbes“. Nach Medienberichten will der Ruhrkohle-Chor die Aufnahme des traditionsreichen Bergmannliedes beantragen. Derzeit werde die Bewerbung zur Aufnahme des Liedes in das deutsche Verzeichnis vorbereitet, bestätige der Ruhrkohle-Chor dem WDR am Freitag, 11. Oktober. Eine Entscheidung über die Aufnahme dürfte frühestens im Frühjahr 2021 fallen.

„Es ist ein Stück der DNA der Bergleute. Wir wollen mit der Bewerbung ihre Werte weitertragen in die Zukunft. Da hätte man eigentlich schon eher drauf kommen können. Aber das gehen wir jetzt an.“

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der Ruhrkohle AG-Stiftung
Steigerlied in Wolfach (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Christoph Schmid)
Das Steigerlied wird auch in Baden-Württemberg gesungen - hier nach der Hochzeit am Ausgang des Besucherbergwerks Grube Wenzel bei Oberwolfach. Christoph Schmid

Das Steigerlied ist in den deutschen Bergbauregionen Deutschlands eine gelebte Tradition. Auch in Sportarenen und bei SPD-Parteitagen ist das Lied, das mit dem bekannten Bergmannsgruß „Glück auf“ beginnt, zuhause und wird als Einlaufmelodie von Fußballmannschaften von Zehntausenden jeden Samstag mitgesungen. Sowohl im Saarland als auch in Nordrhein-Westfalen gilt es als heimliche „Nationalhymne“.

97 Einträge in deutschem Verzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“

Seit 2003 unterstützt die UN-Kultur- und Bildungsorganisation UNESCO den Schutz von Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. 470 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Naturwissen aus aller Welt stehen derzeit auf den UNESCO-Listen – 2017 schafften es der Orgelbau und Orgelmusik aus Deutschland auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Die Konvention zum Immateriellen Kulturerbe sieht vor, dass jedes Beitrittsland ein nationales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erstellt. In Deutschland sind darin jetzt 88 Kulturformen sowie neun „Gute Praxis-Beispiele“, also insgesamt 97 Einträge, verzeichnet. Im Verzeichnis steht seit 2018 auch die Amateurmusikpflege in Baden-Württemberg.

STAND