Stiftung will neues Frankfurter Opernhaus mitfinanzieren Führt Bürgerengagement zu Opernneubau?

Frankfurt am Main weist die höchste Stiftungsdichte im Bundesgebiet auf. Eine neu gegründete Bürgerstiftung will nun mit Geld und Engagement in der Bankenstadt den Neubau eines Opernhauses vorantreiben.

Oper Frankfurt (Foto: SWR, picture-alliance / dpa - Alexander Heinl)
Marode: Das Doppelanlage-Gebäude aus dem Jahr 1963, in dem die Oper gemeinsam mit dem Schauspiel untergebracht ist. picture-alliance / dpa - Alexander Heinl

In Frankfurt will die Initiative „Bürgerstiftung Neue Oper Frankfurt" den Bau eines neuen Opernhauses vorantreiben. Dafür überreichten Vertreter der Stiftung am Freitag, 22. Februar, Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sowie mehreren Stadträten ein Konzept. Feldmann sagte zu, dass der Vorschlag "in den politischen Prozess" mit aufgenommen werde. Hinter der Bürgerstiftung stehen 12 Frankfurter Bürger, die rund 50 Millionen Euro als Eigenkapital auftreiben möchten. Den Rest der geschätzten Baukosten für eine neue Oper von 240 Millionen Euro will die Gruppe mit Darlehen finanzieren.

Noch unklar: Abriss oder Sanierung des „Opernhaus des Jahres"

Eine „Stabsstelle Zukunft der Städtischen Bühnen“ muss aber derzeit noch klären, ob eine Sanierung der Bühnen-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz möglich wäre und wie viel sie kosten würde. Eine „Machbarkeitsstudie“ war 2017 zu dem Schluss gekommen, dass Abriss und Neubau der maroden Theaterdoppelanlage von Oper und Schauspiel ebenso wie eine Sanierung im Bestand jeweils rund 890 Millionen Euro kosten würden. Später wurden kleinere Lösungen erwogen - ob sie möglich sind, sollen nun Fachleute der Stabsstelle klären.

Trotz räumlicher Probleme: Erst im September wurde die Frankfurter Oper zum vierten Mal von Kritikern zum Opernhaus des Jahres gewählt. Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sicherte dem Haus daraufhin ihre volle Unterstützung zu, „auch bezogen auf die bauliche Ausgestaltung dieses Hauses.“

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