MeToo mit Folgen Ex-Musikhochschulpräsident Mauser muss ins Gefängnis

Bei der Verhandlung am Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe betonte Siegfried Mauser, er verabscheue Gewalt. Die Revision gegen seine Verurteilung wurde dennoch abgewiesen.

Ehemaliger Präsident der Musikhochschule München, Siegfried Mauser (Foto: dpa Bildfunk, Sina Schuldt)
Am BHG in Karlsruhe gestand er ein, er habe Menschen enttäuscht: Siegfried Mauser, hier bei einem früheren Prozess Sina Schuldt

Der BGH hat die Haftstrafe gegen den ehemaligen Präsidenten der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, wegen sexueller Nötigung bestätigt. Mauser muss nach dem am Mittwoch, 9. Oktober, in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss nun ins Gefängnis. Das Landgericht München I hatte Siegfried Mauser im Mai 2018 wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Mauser hatte demnach eine Sängerin, die sich um eine Stelle beworben hatte, in seinem Büro auf das Sofa gestoßen und trotz Gegenwehr sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen. 2004 hatte der Musikprofessor ebenfalls in seinem Büro Sex mit einer Bewerberin auf eine Assistentenstelle. Hier sprach ihn das Landgericht frei, weil nicht erwiesen sei, dass dies gegen den Willen der Frau geschah.

Bereits früher rechtskräftig verurteilt

Die Revision des Angeklagten richtete sich gegen dessen Verurteilung, die von Staatsanwaltschaft und Nebenklage gegen den Freispruch. In einem anderen Fall war er von der derzeitigen Vizepräsidentin der Hochschule, Christine Schornsheim, wegen sexueller Nötigung angezeigt und rechtskräftig verurteilt worden. Als Folge der Ermittlungen und Vorwürfe gegen Mauser wurde ihm am Salzburger Mozarteum gekündigt, wo er 2014 Rektor wurde. Für seine Tätigkeit in Salzburg hatte sich Mauser in München beurlauben lassen.

Sexualstraftat beendet keinen Sonderurlaub

In einem Prozess im Februar 2019 entschied das Verwaltungsgericht München, dass die Kündigung von Siegfried Mauser als Rektor des Mozarteums nicht automatisch zum Ende seines Sonderurlaubs an der Münchner Hochschule führt. Nach der Kündigung in Salzburg wollte Mauser wieder als Präsident an die Münchner Hochschule zurück bzw. seine Bezüge - rund 261.000 Euro - weiterbezahlt bekommen, was ihm das zuständige Ministerium - zu Recht - verweigerte.

Prozess um Dozentenhonorar als Rektor

Ebenfalls im Februar 2019 hatte das Verwaltungsgericht München noch zu Gunsten Mausers entschieden. Er hatte in einem anderen Verfahren teilweise Recht bekommen und musste nur rund 21.000 Euro an den Freistaat Bayern zurückzahlen. Der Freistaat hatte insgesamt 46.000 Euro von ihm zurückgefordert. Mauser hatte sich nach dessen Ansicht als Präsident selbst zum Lehrbeauftragten bestellt und so zu Unrecht Dozentenhonorar und Prämie erhalten.

STAND