Brexitangst in der Musik MusikerInnen fordern Kostenübernahme bei No-Deal-Brexit

Britische MusikerInnen befürchten erhebliche Nachteile, wenn Großbritannien ohne Vertrag die EU verlässt. Bei einer eingeschränkten Reisefreiheit sehen sie auch Mehrkosten auf sich zukommen.

Die britische Regierung soll die zusätzlichen Kosten für MusikerInnen übernehmen, die ihnen im Falle eines ungeordneten Brexits entstehen. Diese Forderung stellt die britische "Incorporated Society of Musicians (ISM)" in einer Erklärung, welche der Musikerverband mit seinen 9500 Mitgliedern am Mittwoch, 14. August, veröffentlichte. Der Verband fürchtet fehlende Übergangsregelungen in einem No-Deal-Szenario für MusikerInnen, die oft zur Arbeit in die EU reisen müssen.

"Das Leben eines Musikers basiert auf Reisen, daher ist Bewegungsfreiheit eine wesentliche Voraussetzung. Jedes Land, das ein reiches kulturelles und musikalisches Leben schätzt, versteht, dass Vielfalt nur möglich ist, wenn die Musikgemeinschaften international bleiben."

Tasmin Little OBE (britische Geigerin) und Unterstützerin der Forderungen der ISM
Tasmin Little (li.) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Jonathan Brady)
Hält es für MusikerInnen aus Großbritannien für ebenso wichtig, problemlos ins Ausland zu reisen, wie für KünstlerInnen aus anderen Ländern: die britische Stargeigerin Tasmin Little (li.) Jonathan Brady

Zusatzkosten von bis zu 1000 Pfund

Der Verband berechnete, dass MusikerInnen, die in die EU reisen und ein Instrument mit sich führen, zusätzliche Kosten in Höhe von bis zu tausend Britische Pfund pro Jahr entstehen würden. Gerade freiberufliche und tourende MusikerInnen, die oft nur ein geringes Einkommen haben, würden am härtesten betroffen sein, so die ISM. Der Mehraufwand entstünde vor allem für Zollgebühren beim Instrumententransport, zusätzliche Versicherungen, Verwaltungsaufwand und eventuelle Visagebühren.

Einkommen werden außerhalb Großbritanniens erzielt

Nach Angaben des ISM stammt ein Großteil der Einnahmen britischer MusikerInnen aus der Arbeit in der EU, weshalb die Folgen eines No-Deal-Brexit den Lebensunterhalt tausender MusikerInnen bedrohe. Der Verband fordert daher eine vollständige Kosten-Entschädigung in den ersten drei Jahren nach dem Brexit. "Musiker müssen im Falle eines No-Deal geschützt werden!", so Deborah Annetts, Geschäftsführerin der ISM.

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