Musikforschung Bewegungsanalyse: Wenn Dirigent*Innen zu Strichmännchen werden

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10:05 Uhr
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SWR2

Dr. Vera Gehrs von der Universität Osnabrück erforscht in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christoph Louven das Bewegungsverhalten von Dirigierenden. Im Gespräch mit SWR2 Moderatorin Julia Neupert spricht sie über das Motion Capture-Verfahren, die technischen Herausforderungen und die Ergebnisse der ersten Pilotstudie.

Motion Capture

Mithilfe von Bewegungsanalyse können Dirigierbewegungen auf ihre Essenz heruntergebrochen werden. Eine Kamera steht vor den Dirigierenden auf dem Notenpult und analysiert die Bewegung der Person. Mithilfe von Infrarotstrahlen entsteht dann eine Strichmännchen-Animation der Dirigenten und Dirigentinnen. Fingergesten und Mimik werden dabei nicht berücksichtigt.

Dr. Vera Gehrs: Motion Capturing von DirigentInnen (Foto: Dr. Vera Gehrs)
So wird aus einem Dirigenten ein Strichmännchen. Dr. Vera Gehrs

Fünf Strichmännchen dirigieren "Eine kleine Nachtmusik"

Im ersten Teil der Studie haben fünf Dirigenten Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" gespielt. Die animierten Strichmännchen wurden dann nebeneinander abgespielt und Orchestermitglieder sollten dann "ihren" Dirigenten erkennen. Das hat sehr gut funktioniert, auch wenn die Bewegungen der Dirigierenden relativ grob dargestellt wurden, die Musizierenden haben fast alle den richtigen Dirigenten erkannt.

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Dirigierbewegungen in Kunst verwandeln

Dr. Vera Gehrs benutzt Motion Capturing von Dirigenten und Dirigentinnen für wissenschaftliche Analyse. Aber Motion Captur lässt sich auch künstlerisch nutzen. Das hat das London Symphony Orchestra ausprobiert. Die Bewegungen von Dirigent Sir Simon Rattle wurden von dem Künstler Tobias Gremmler in animierte Kunst verwandelt.

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