Amtsantritt Kirill Petrenko: Fulminanter Antritt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker

Als siebter Chefdirigent tritt Kirill Petrenko bei den Berliner Philharmonikern in die Fußstapfen von namhaften Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan und Claudio Abbado. Zu seinem Debüt stand ein Klassiker auf dem Programm.

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Mit Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie begann die Ära Kirill Petrenko (47) an letztem Freitag, 23. August, als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Das Konzert aus der Philharmonie wurde auch in rund 145 Kinos in Europa übertragen. Am Tag darauf spielte das Orchester das Werk mit dem Schlusschor über Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ vor dem Brandenburger Tor als Teil der Feiern zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.

Die Presse ist begeistert

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SWR2

Vor der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven führte Petrenko Alban Bergs Symphonische Stücke aus der Oper „Lulu“ auf. Zunächst also ein bedrückendes Werk, gesungen von der Sopranistin Marlis Petersen. Laut Deutschlandfunk Kultur „mit der perfekten Mischung aus kindlich-kaltem und sinnlichem Ton“.

Die neunte Sinfonie von Beethoven dirigierte Petrenko ungewöhnlich schnell, besonders den zweiten und vierten Satz. Die eh schon knapp angesetzten 65 Minuten für die gesamte Symphonie unterbot er laut dpa um 4 Minuten. Die Süddeutsche Zeitung schrieb, Petrenko habe bei seinem ersten Konzert als Chefdirigent allgemeines Glück verströmt. Auffallend ist die Präzision, mit der Petrenko jede kleine Linie herausarbeitet. Bereits im Vorfeld hatte er angekündigt, es würde bei seiner Arbeit nur um die Musik und das Orchester gehen.

„Kirill Petrenko beweist sich als echter Kracher für dieses Orchester, möge seine Zündkraft lange anhalten“

Franziska Stürz, Deutschlandfunk

Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker (Foto: Berliner Philharmoniker - Monika Rittershaus)
Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker Berliner Philharmoniker - Monika Rittershaus

„Man kann es gar nicht in Worte fassen, was in mir gefühlsmäßig vorgeht: von Euphorie und großer Freude bis zu Ehrfurcht und Zweifel ist da alles drin.“

Kirill Petrenko nach der Wahl zum Chefdirigent

Open Air-Konzert als Videomitschnitt

Zu dem Freiluftkonzert am Samstag kamen laut Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) 35.000 Menschen. Das Konzert wurde live vom rbb ab 20.15 Uhr im Fernsehen übertragen. Die Solisten waren Marlis Petersen (Sopran), Elisabeth Kulman (Mezzosopran), Benjamin Bruns (Tenor) und Kwangchul Youn (Bass). Auch der Rundfunkchor Berlin war mit von der Partie.

Das Konzert als Videomitschnitt können Sie hier ansehen.

Dirigent Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern bei seinem Antrittskonzert (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Unter freiem Himmel und kostenlos: Petrenko wiederholte das Programm seines Antrittskonzertes einen Tag später zur Feier des Mauerfalls. Picture Alliance

Nachfolger von Sir Simon Rattle

Die Philharmoniker hatten Petrenko vor vier Jahren als Nachfolger von Simon Rattle zu ihrem neuen Chefdirigenten gewählt. Er bleibt bis 2020 auch Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München. In seiner ersten Spielzeit wird der russische Dirigent mit den Philharmonikern auf Deutschland-Tournee gehen und zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs ein Konzert in Tel Aviv geben.
Petrenko ist der siebte Chefdirigent des 1882 gegründeten Orchesters. Mit 35 Jahren wurde er vom Fachblatt "Opernwelt" zum "Dirigenten des Jahres" gewählt, den Titel holte er sich 2015 ein weiteres Mal.

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