Reliquien Beethovens Locke für 39.000 € bei Sotheby's versteigert

Das war in einem Londoner Auktionshaus im Angebot: „Locke Beethovens. Aus dem Besitze von Professor Julius Epstein. Letzterer erhielt sie von seinem Lehrer Anton Halm, widmete sie als Treffer einer Wohltätigkeits-Loterie und gewann sie zurück." (Die Inschrift zur Locke)

L. van Beethoven. A lock of the composer's grey hair given by him to Anton Halm in 1826, in a C19 frame (Foto: SWR, Sotheby's -)
Beethovens Locke, für deren ehemaligen Eigentümer 2007 eine chemische Analyse erstellt wurde. Demnach weist das Haarteil einen hohen Bleigehalt auf. Sotheby's -

In London wurde heute, 11. Juni, eine Locke von Ludwig van Beethoven (1770-1827) für 35.000 Pfund (ca. 39.000 Euro) versteigert. Der berühmte deutsche Komponist soll sie sich selbst vor knapp 200 Jahren abgeschnitten und seinem Freund Anton Halm gegeben haben, wie das Auktionshaus Sotheby's in London angibt. Die dunkelbraun-graue Strähne wurde für ein Mindestgebot von 12.000 Pfund (knapp 13.500 Euro) angeboten. Die Locke stammt aus dem Familienbesitz der Nachfahren des österreichischen Pianisten Julius Epstein (1832-1926).

Locke mit „wahrer Geschichte“

Hinter der Locke stecke „wohl die beste Geschichte“ aller Objekte, die derzeit versteigert werden, sagte Simon Maguire, Direktor und Experte für Bücher und Manuskripte im Auktionshaus. Demnach soll Halm den berühmten Musiker um eine Locke für seine Frau Maria gebeten haben. Dieser soll seinem Freund zunächst einen Streich gespielt und Haare einer Ziege zugeschickt haben. Beethoven leugnete aber nach Halms Worten, den Freund hereingelegt zu haben, und schob die Schuld auf andere. „Du wurdest betrogen mit dieser Haarlocke!“, habe der Komponist ausgerufen und seinem Freund eine beachtliche Menge seiner wahren Haarpracht geschenkt.

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