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Was Beethoven selbst nicht mehr gelungen ist, wollen Musikwissenschaftler und Komponisten mit Hilfe eines Algorithmus nun vollenden: Beethovens 10. Sinfonie.

Die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz zu Ende komponierte Version der 10. Sinfonie von Ludwig van Beethoven wird voraussichtlich nun im November in Bonn erstmals aufgeführt. Das teilte die Deutsche Telekom am Montag, 30. März, mit. Ein internationales Team aus Musikwissenschaftlern und Komponisten, dem Pianisten Robert Levin und Computer-Experten, arbeitete schon länger an dem Projekt. Die Sinfonie sollte ursprünglich am 28. April vom Beethoven-Orchester in Bonn uraufgeführt werden.

Das kleine Kind Algorithmus

Einem Bericht der Frankfurter Sonntagszeitung vom vergangenen Dezember zufolge, wollten die Wissenschaftler einen Algorithmus so trainieren, dass er die vielen fehlenden Passagen Beethoven-gemäß ergänzt. Was dabei herauskomme, wisse keiner der Beteiligten. "Der Algorithmus ist unberechenbar, er überrascht uns jeden Tag aufs Neue", sagte Projektkoordinator Matthias Röder, Direktor des Karajan Instituts in Salzburg, der Zeitung. "Er ist wie ein kleines Kind, das die Welt Beethovens erkundet."
Von der 10. Sinfonie, die Beethoven nicht mehr vollenden konnte, sind nur einige handschriftliche Skizzen und Notizen erhalten.

Auch Schuberts Unvollendete vollendet

Schon häufiger gab es Versuche, Computerprogramme komponieren zu lassen. Dazu zählt die "Fertigstellung" der berühmten unvollendeten 8. Sinfonie in h-Moll von Franz Schubert (1797-1828). Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei setzte das Projekt um, Uraufführung war im Februar 2019 in London.

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