Staatsoper Berlin Barenboim soll Mitarbeiterin körperlich attackiert haben

Vor einigen Monaten wurde der manchmal ruppige Führungsstil des Dirigenten Daniel Barenboim bereits öffentlich aufgearbeitet. Nun gibt es einen neuen Vorwurf - auch zur Rolle der Staatsoper Berlin.

Der Dirigent Daniel Barenboim (76) und die Leitung der Berliner Staatsoper "Unter den Linden" werden mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Das Online-Musikmagazin „VAN“ berichtet von einem körperlichen Angriff Barenboims auf eine Mitarbeiterin der Staatsoper und dem angeblichen Ignorieren des Vorfalls durch die Leitung der Oper. "Es ist passiert, okay. Aber wie damit umgegangen wurde, ist auf jeden Fall nicht okay", so die Orchestermanagerin Laura Eisen, die mittlerweile nicht mehr für die Staatsoper arbeitet.

Der Intendant der Deutschen Oper Unter den Linden, Matthias Schulz  und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Britta Pedersen)
Staatsopern-Intendant Matthias Schulz (l.) im Februar 2019 gegenüber VAN: "Problematisches Verhalten durch Daniel Barenboim, der Höchstleistungen erbringt, ist uns zu keinem Zeitpunkt bekannt geworden." Britta Pedersen

Barenboim weist Vorwürfe zurück

Der Dirigent hat die Vorwürfe laut dpa "kategorisch" zurückgewiesen. Er habe Laura Eisen nicht berührt oder geschüttelt. Er räumte aber ein, sie während einer Diskussion angeschrien zu haben.

Keine Aufarbeitung des Vorfalls


Der von VAN veröffentlichte Vorfall ereignete sich bereits im März 2018. Dem Künstlerischen Leiter und Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden wird dabei vorgeworfen, die damalige Orchestermanagerin der Staatskapelle Berlin angeschrien, angepackt und geschüttelt zu haben. Der Versuch, den Vorfall mit Hilfe des Intendanten Matthias Schulz zu klären, blieb dabei ohne Erfolg, da die Auseinandersetzung gegenüber Barenboim nicht thematisiert wurde.

"Als ich dazu etwas sagen wollte, kam er [Barenboim] auf mich zu, packte mich mit beiden Händen zwischen Schultern und Hals und schüttelte mich. Dabei schrie er mich an, dass ich verschwinden solle. "

Die Ex-Staatsoper-Mitarbeiterin Laura Eisen gegenüber VAN

Staatsoper-Intendant Schulz reagierte auf die neuerlichen Vorwürfe gegenüber VAN mit dem Hinweis, "es wurde in Bezug auf Daniel Barenboim nichts an uns herangetragen, was strafrechtlich relevant gewesen wäre." Im Februar diesen Jahres waren - auch ausgelöst durch einen Artikel des Online-Magazins „VAN“ - schwere Anschuldigungen gegenüber dem Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim bekanntgeworden.
Barenboim wurde dabei vorgeworfen, launisch, unberechenbar und cholerisch zu sein und Musikerinnen und Musiker wiederholt persönlich beleidigt und gedemütigt zu haben. Thematisiert wurden dabei ebenfalls die Strukturen an der Berliner Staatsoper als sehr förderlich für einen möglichen Machtmissbrauch. Barenboim sah in den Vorwürfen eine Kampagne, um seine Vertragsverlängerung in Berlin zu verhindern. Der Vertrag wurde im Juni bis 2027 verlängert.

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