Antisemitismus Ausstellung über Familie Mendelssohn in Berlin verwüstet

In Berlin wurde auf einem Friedhof eine Kapelle beschädigt. Darin untergebracht ist eine Ausstellung über die Familien von Felix Mendelssohn Bartholdy, deren getaufte Mitglieder auf dem Friedhof ruhen.

Unbekannte haben eine Dauerausstellung über die Familie des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn in einer historischen Berliner Friedhofskapelle verwüstet. Wie die Polizei mitteilte, drangen der oder die Täter vermutlich über das Wochenende am 23. und 24. November in das Gebäude ein, verunreinigten sie und hinterließen Hakenkreuze sowie Schriftzüge unterschiedlicher Art. Wie der Evangelische Friedhofsverband Berlin-Stadtmitte am Freitag, 29. November, weiter mitteilte, wurden außerdem eine Ausstellungsvitrine und die Eingangstür beschädigt.

Das Grab von Felix Mendelssohn Bartholdy (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Wolfram Steinberg)
Nicht beschädigt: Das Grab von Felix Mendelssohn Bartholdy auf dem Dreifaltigkeits-Friedhof Wolfram Steinberg

Nach Angaben einer Polizeisprecherin waren neben Hakenkreuzen auch Symbole aus der linksextremistischen Szene. Eine Zuordnung der Tat zu einer politischen Motivation sei daher zunächst schwierig. Es sei auch nicht auszuschließen, dass eventuell verschiedene Täter eindrangen. Die Ermittlungen durch den Berliner Staatsschutz in dem Fall liefen. Bis zum Abschluss der Reinigungs- und Reparaturmaßnahmen bleibt die Ausstellung geschlossen.

Dauerausstellung über die Familie Mendelssohn

In der ehemaligen Kapelle auf dem Friedhof Dreifaltigkeit I befindet sich seit 2013 die täglich geöffnete Dauerausstellung "Die Familie Mendelssohn und ihre Gräber vor dem Halleschen Tor". Gezeigt werden biografische Informationen und Thementafeln zur deutsch-jüdischen Geschichte, ausgehend vom jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn und seinen Nachkommen über mehr als sieben Generationen. Unweit der Kapelle liegen die letzten Ruhestätten von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) und seiner Schwester Fanny Hensel (1805-1847).

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