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David Bowie: Erben verkaufen sämtliche Songrechte an Warner Chappell Music

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„Warner Music hat jetzt eine Menge Geld ausgegeben, das müssen sie wieder einnehmen“, sagt SWR Musikredakteur Matthias Kugler über den Spekulationen zufolge 220 Millionen Euro schweren Deal der Bowie-Erben mit dem Musik-Label. Damit haben die Nachkommen des Musikers alle Einflussrechte an dessen Werken aufgegeben.

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Endgültige „Trennung“ von den Songs

Man müsse bei solchen Deals grundsätzlich zwischen Songrechten und Verlagsrechten unterscheiden, erklärt der Musikjournalist — einerseits die Rechte an den Aufnahmen und andererseits die Rechte an den Songtexten und Kompositionen. Bei diesem Verkauf hätten die Erben der britischen Pop-Ikone alle Rechte an das Musik-Label verkauft.

Das bedeute, dass in Zukunft alle Einnahmen aus der Nutzung von Bowies Liedern an das Label gingen, etwa wenn Songs wie „Space Oddity“ oder „Heroes“ in einer Serie verwendet würden.

Shakira, Tina Turner und Bob Dylan haben es auch schon getan

Außerdem verlören die Erben damit alle Mitsprache-Rechte über diese Verwendungen, könnten also keinen Einspruch mehr gegen eine bestimmte Nutzung erheben, so Matthias Kugler. Das sei ein Grund, wieso bislang viele Künstler*innen vor solch einem radikalen Schritt zurückgeschreckt seien, man trenne „sich unwiderruflich vom geistigen Eigentum“.

Radikale Umwälzungen am Musikmarkt

Den Grund, wieso immer mehr Künstler*innen wie Tina Turner, Bruce Springsteen oder Bob Dylan trotzdem ihre Song-Kataloge und Autorenrechte in den letzten Jahren verkauft haben, sieht Kugler in den radikalen Umwälzungen am Musikmarkt.

Tonträger verkauften sich immer schlechter und vom Streaming profitierten vor allem die Plattenfirmen. Viele Künstler*innen zögen deshalb eine große einmalige Auszahlung über einen Rechteverkauf einer unsicheren Zukunft am Markt vor.

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