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Der große Klaviervirtuose Chick Corea ist in der Jazzbranche eine herausragende Persönlichkeit mit einer beispielhaften Musikkarriere. Im Laufe der Jahre hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten und mit den Größten der Szene zusammengespielt, aber auch Erfolge mit seinen eigenen Jazzfusion-Bands gefeiert. „Trilogy 2" - die Fortsetzung der ersten CD dieses Trios - enthält neben Originalkompositionen von Chick Corea auch Jazzklassiker aus dem American Songbook.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2


Ein Spiel über Bande

Welche Bühne Chick Corea auch mit seinem Trio betritt, im Publikum brandet sofort Applaus auf. Das ist kein Wunder, denn bereits mit den ersten Tönen machen die drei ihren Anspruch klar. Sie wollen einen Trio-Abend zelebrieren, der weit über Normal-Null schwebt.

Mit ein paar hingestreuten Akkorden am Klavier markiert Chick Corea locker den Einstieg zum Klassiker „How deep is the ocean“. Kontrabass und Schlagzeug sind umgehend an seiner Seite, das Spiel über Bande kann also beginnen.

Entscheidende Kommunikation zwischen Künstlern und Publikum

Das Tolle an seinem Beruf sei gerade die Möglichkeit, in engen Kontakt zum Publikum zu treten. Wenn er ein Thema spiele, registriere er sofort die Reaktion der Menschen im Saal, und so entstehe die entscheidende Kommunikation.

„Kein Computer und keine künstliche Intelligenz werden das je ersetzen können. Da sind Musiker auf der Bühne, die das Publikum unterhalten wollen und alles dafür geben. Für mich ist das die beste Beschreibung unserer Kunst."

Chick Corea

Musikalischer Dialog auf Augenhöhe

Wer mit dem 78-jährigen Chick Corea in den Ring steigt, darf kein Leichtgewicht sein. Der Kontrabassist Christian McBride und der Schlagzeuger Brian Blade haben das Format, dem Jazz-Titan auf Augenhöhe zu begegnen. Im Jahr 2013 veröffentlichte das Trio sein erstes Live-Album. Die CD Trilogy wurde von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Die Fortsetzung ist dann stückchenweise entstanden.

Doppelalbum in frappierender Frische

Jahrelang nahm ein Aufnahmeteam immer wieder Konzerte des Trios auf. Mal in Zürich, dann in Tokio und an anderen Orten. Obwohl Chick Corea auf seine persönlichen Hausgötter wie etwa Miles Davis oder Thelonious Monk setzt, strahlt das Doppelalbum eine frappierende Frische aus.

„Ich glaube so lebendig geblieben zu sein, weil ich meine unstillbare Neugierde kultiviert habe und stets offen bin für neue Erfahrungen. Es bereitet mir auch ein großes Vergnügen, auf der Bühne ein gewisses Risiko einzugehen. Ob man gewinnt oder verliert, darüber entscheidet das Publikum".

Chick Corea

Flinke Finger und hellwacher Geist

Chick Corea hat immer noch flinke Finger und vor allem einen hellwachen Geist. Das Gefühl von Freiheit, das er gemeinsam mit seinem Trio auf der Bühne auslebt, überträgt sich bei jedem Stück hörbar auf das Publikum. Wenn die drei Musiker in Fahrt sind, nehmen sie sich schon mal eine Viertelstunde Zeit für einen Titel. Langweilig wird das aber nie, denn der Funke springt einfach über.

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