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Ja, er ist der Bruder von Max Mutzke, dem erfolgreichen deutschen Soul-Sänger. Aber vor allem ist er Jazztrompeter mit eigener Handschrift. Menzel Mutzke hat nach Jahren als begehrter Sideman nun sein exzellentes Debüt als Bandleader vorgelegt: „Spring".

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Wunsch-Combo über Nacht

Für sein Jazz-Debüt hat sich Menzel Mutzke wirklich Zeit gelassen. Der vielbeschäftigte Trompeter spielt seit Jahren beim Hochdruckgebläse der Münchner Brass-Band Moop Mama und hat auch sonst sehr gute Gigs am Start.

„Für mich ist die Quelle einfach der Jazz, in dem ich groß geworden bin, in dem ich mich wohl fühle und zu dieser Quelle wollte ich wieder zurück finden und das habe ich dann gemacht mit dem Album.“

Doch mit Mitte 30 rief er ein paar alte Studienfreunde an, alles Hochkaräter wie etwa der Jazz-Pianist Pablo Held. Mutzke erzählte von seinem CD-Projekt und erhielt quasi über Nacht die feste Zusage seiner Wunsch-Combo. Da hatte er noch keinen Ton komponiert. So habe er angefangen zu schreiben und sich auch einen Studiotermin beim Deutschlandfunk geben lassen .

Menzel Mutzke (Foto: Nadine Heller-Menzel, Herzogpromotion)
Menzel Mutzke Nadine Heller-Menzel, Herzogpromotion

„Ohne diese Deadlines hätte ich wahrscheinlich nicht so konsequent dran gearbeitet.“

Vertrauen, dass es gut geht

Im Studio lief die Band um Menzel Mutzke zu Topform auf. Nicht nur Pablo Held am Klavier, auch der Schlagzeuger Silvio Morger und der Kontrabassist Dietmar Fuhr nutzen die Kompositionen des Trompeters für faszinierende Tableaus — „in denen es klare Form gibt, aber auch die kann man dann während des Spielens aufbrechen. Und das ist ja mit diesen supererfahrenen Mitmusikern gar kein Problem“, so Mutzke

„Also man hat auch so ein Vertrauen in die anderen, dass es sowieso gut ausgeht.“

Famoser Bruderauftritt

Auch der Bruder von Menzel, der sehr bekannte Sänger Max Mutzke, absolvierte einen famosen Gastauftritt. Bei einem Youtube-Mitschnitt kann man sehen, wie er im Studio für die Aufnahme zwischen Akustikwänden eingezwängt wurde, um seine Stimme gemeinsam im Set mit der Combo aufzunehmen.

Menzel Mutzke erklärtdazu: „Der kam einfach ins Studio und der hatte wirklich nur zwei Stunden Zeit. Trotzdem haben wir mit dem Max drei Stücke aufgenommen in zwei Stunden und da auch mehrere Takes davon gemacht. Also das ist schon wichtig, dass man Freiraum lässt und einfach vertraut, das was Gutes dabei rauskommt. Dann entsteht diese Situation, dass es halt so klingt wie im echten Jazz-Kontext. Das man direkt aufeinander hört, die Dynamiken sind einfach viel natürlicher in diesem Setting.“

Besondere Formation

Das Jazz-Debüt „Spring“ von Menzel Mutzke präsentiert nicht nur einen exzellenten Trompeter, dessen musikalische Ideen aus einer reichen Quelle sprudeln. Es ist auch eine klasse Formation am Start, wie man sie beileibe nicht alle Tage erleben kann.

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