Jazz

Spagat zwischen Jazz und Klassik – „Resonanzen“ von Johanna Summer

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AUTOR/IN
Johannes Kaiser

Wenn eine Jazzpianistin nicht Jazzstandards, sondern klassische Klavierstücke interpretiert, darf man gespannt sein. Johanna Summer hat mit sieben Jahren klassischen Klavierunterricht gehabt und liebte schon damals das Herumimprovisieren mit Melodien. Später nahm sie Unterricht bei einem jazzaffinen Klavierlehrer, beschloss an der Musikhochschule in Dresden Jazzpiano zu studieren und trat solo in Clubs auf.

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Im Jahr 2017 nahm sie mit ihrem Trio ihre erste Platte auf, 2020 folgte das erste Solo-Album „Schumanns Kaleidoskop“ und nun ist das zweite mit dem Titel: „Resonanzen“ erschienen. Auch hier ist die junge deutsche Pianistin ihrem Improvisationskonzept treu geblieben.

„Man kann entscheiden, wie nah möchte ich jetzt Beethoven kommen oder kann ich diese Stimmung vielleicht auch mit eigenen musikalischen Worten darstellen“, sagt Johanna Summer.

Die Stücke auf der CD sind eine faszinierende, verblüffende Mischung aufregender Klangfarben. Unter Johannas Händen erlebt die Klassik eine unerwartete Jazzblüte – fantastisch, schwärmt unser Jazzkritiker Johannes Kaiser.

Johanna Summer: Grieg (Live Version) aus dem Album - Resonanzen

Jazztipp

Jazz „The Gallery Concerts I“ von Jakob Manz & Johanna Summer

Kennengelernt haben sie sich beim „BuJazzO“, dem Bundesjugendjazzorchester – einer Talentschmiede für musikalische Nachwuchskräfte. Dort konnten sie ihre Experimentierfreude verfeinern, die auch auf ihrem ersten gemeinsamen Album zu finden ist. Johanna Summer und Jakob Manz zeigen sich hier als Ausnahmetalente auf Augenhöhe mit Musikstücken voller knisternder Live-Atmosphäre: Frisch, unbekümmert und jedem musikalischen Anspruch gewachsen.

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Jazz Klangabenteuer: Der Pianist Rainer Böhm und sein neues Album „What If"

Der 1977 in Ravensburg geborene Jazzpianist, Komponist und Arrangeur Rainer Böhm ist ein musikalischer Freigeist, der das Klangabenteuer liebt. Neben seiner Tätigkeit als Professor für Jazzpiano und Ensembleleitung an den Musikhochschulen in Mannheim und Nürnberg ist er ein gern gesehener Gast auf Jazzfestivals. Immer wieder tourt er mit den unterschiedlichsten Formationen.
Auch für sein neues Album „what If" hat Rainer Böhm herausragende Musiker um sich versammelt: Jonas Burgwinkel (Schlagzeug), Percy Pursglove (Trompete), Domenic Landolf und Wanja Slavin (Saxofon) sowie Arne Huber (Kontrabass). Ein Ensemble, das auf höchstem Niveau agiert und beeindruckende Klangbilder entstehen lässt - meint unser Jazzkritiker Georg Waßmuth.

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Jazz Duett zweier Könner: Bill Laurance & Michael League mit „Where You Wish You Were“

Das US-amerikanische Musiker-Kollektiv „Snarky Puppy“ spielt schon lange in der ersten Liga. Gegründet hat das Ensemble der Bassist Michael League, von Anfang an mit dabei ist auch der Komponist und Pianist Bill Laurance.Dass die beiden auch im kammermusikalischen Kontext überzeugen können , beweisen sie mit ihrem Album „Where You Wish You Were“. Kein kraftstrotzender Breitwand-Sound, kein großes Ensemble, sondern, einfühlsame Duette zweier Könner, meint SWR2 Musikkritiker Georg Waßmuth.

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Jazz Literarisch inspiriertes Live-Album von Trompeter Frederik Köster: Stufen

„Stufen" ist eine Art Hommage des Trompeters Frederik Köster an Hermann Hesse - denn dieser inspirierte ihn in einer Phase der Neuorientierung. Gemeinsam mit seinem Ensemble „Die Verwandlung" hat Köster beim Label Traumton Records ein gelungenes Album veröffentlicht, dessen großer Reiz in dem Spannungsbogen zwischen lyrischer Vertonung und wildem Parforceritt liegt.

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