STAND
AUTOR/IN

Der 1953 in der Nähe von New York geborene Saxofonist Bob Mintzer zählt zu den einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten weit über den Jazz hinaus. Als Arrangeur und Komponist hat er mehr als 200 Werke für Big Bands und andere Formationen geschaffen. Seit 2016 ist Bob Mintzer Chefdirigent der WDR Big Band — mit ihr hat er nun sein neues Album „Soundscapes“ herausgebracht.

Audio herunterladen (3,6 MB | MP3)

Bob Mintzer: Arbeitstier mit vielen Engagements

Wenn man Bob Mintzer auf die WDR Big Band anspricht, kommt er sofort ins Schwärmen: Eines der besten Jazz-Ensembles weltweit sei das und ein wunderbares Vehikel, um seine Ideen und Projekte zu realisieren. Seit 2016 teilt er sich als „Chief-Conductor“ die Leitung des Ensembles mit Vince Mendoza, denn Bob Mintzer ist ein Arbeitstier mit vielen Engagements.

Der Tenorsaxofonist spielt in der erfolgsverwöhnten Fusion-Band Yellowjackets, er arrangiert und komponiert für diverse Auftraggeber*innen und hat zudem eine Professur für Jazz an einer angesehenen Hochschule in Kalifornien.

Inspiration durch das Ensemble und seine Studierenden

Natürlich wäre das eine ganze Menge Arbeit, aber in der Kombination sei es halt auch sehr inspirierend, erzählt Mintzer. Als Musiker in einem sehr guten Ensemble würden ihm immer wieder Dinge einfallen, die er in seinen Arrangements oder Kompositionen umsetzen könne.

Und mit den Studierenden seiner Hochschulklasse, so Bob Mintzer, würde er auch sehr viel über den Einsatz digitaler Klänge und moderner Stilmittel im Jazz diskutieren.

Bob Mintzer & WDR Big Band Cologne, „Soundscapes" (Foto: Pressestelle, Roberto Cifarelli on behalf of Mack Avenue Music Group)
Bob Mintzer am Pult der WDR Big Band Pressestelle Roberto Cifarelli on behalf of Mack Avenue Music Group

Optimaler Sound mit dem „Electronic Wind Instrument"

Die WDR-Big-Band verleiht Bob Mintzer geradezu Flügel: Wenn er sein so genanntes „Electronic Wind Instrument“ auspackt, bleibt dem Ensemble auch keine andere Wahl. Dieses elektronische Blasinstrument kann schneller, weiter und höher als jedes herkömmliche Saxofon ausgereizt werden.

Dazu hat es auch noch das Klangarchiv eines Computers mit an Bord. Im Zusammenspiel mit der WDR Big Band erfährt so manches Stück eine äußerst effektvolle Erweiterung.

Klangvielfalt ist ein Schlüssel zu Bob Mintzers Erfolg

Mintzer erklärt, dass „Vielfalt“ schon immer ein Schlüsselbegriff für ihn gewesen sei — weshalb in diesem Projekt das Electronic Wind Instrument wie nie zuvor zum Einsatz gekommen sei. „Bei der Aufnahme spielte ich es live an der Seite der WDR Big Band und sie reagierte fantastisch darauf“, berichtet der Saxofonist, „wir hatten aber auch die nötige Zeit zum Ausprobieren und konnten so den optimalen Sound finden.“

Die Musik von Bob Mintzer vereint auf schillernde Art und Weise die unterschiedlichsten Elemente. Hört man in einem Moment noch vertrackte Rhythmen, bringt der nächste Takt schon treibenden Groove, der unter die Haut geht. Mintzer kann aber auch große Melodie-Bögen spannen und sehr lyrisch gestalten — dafür greift der Meister ganz klassisch zum Saxofon.

WDR Big Band und Bob Mintzer in Top-Form

Fünf Jahre währt nun die Zusammenarbeit von Bob Mintzer und der WDR Big Band. Die künstlerische Ernte ist äußerst erfreulich — das kann man auch in jedem Take der Neuerscheinung „Soundscapes“ hören. Gemeinsam mit Bob Mintzer modelliert das Ensemble eine üppig aufblühende Klanglandschaft. Die WDR Big Band und ihren „Chief Conductor“ kann man so in Top-Form erleben.

Jazz „Come what may“: Jane Monheit ist bereit für „Komme was wolle“

Ein neues Album von Jane Monheit ist schon deswegen ein Ereignis, weil es so selten ist. Die US-amerikanische Jazz-Sängerin hat sich in den vergangenen Jahren rar gemacht, tourte lieber nur durch kleine Clubs und kümmerte sich um ihre Familie, gab Gesangsunterricht. Das Ereignis heißt nun „Come what may“, also „Komme was wolle“ — ein sehr entspannter Titel für das Album einer Sängerin, die weiß was sie will.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Jazz Vielsaitig: „To be Frank" von Frank Wingold

Der 1968 in Speyer geborene Frank Wingold gehört seit vielen Jahren zur Top-Liga der Gitarristen. Inspiriert von unterschiedlichsten Genres und Stilen, reicht auch sein Spektrum vom klassischen Gitarrenrepertoire über Film- und Hörspielmusik bis hin zur Zeitgenössischen Avantgarde. Zudem ist Frank Wingold Professor für Jazz-Gitarre an der Hochschule in Osnabrück. Nun hat der Gitarrist ein Solo-Album mit dem Titel „To be Frank“ herausgebracht.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Jazz Zeitgenössische Retrospektive: „This Bitter Earth“ von Veronica Swift

Veronica Swift ist erst 27 Jahre alt, beherrscht die Raffinessen des Jazz- und Soulgesangs aber schon wie ein ausgefuchster Oldie. Bereits mit neun hat sie ihre erste CD veröffentlicht, seither sind sechs weitere Alben gefolgt. Swift hat Jazzgesang in Miami studiert und war 2015 Finalistin beim Thelonious-Monk-Wettbewerb in Washington. Ihr siebtes Album „This Bitter Earth“ ist eine Retrospektive auf die großen Jazzsongs und Musical-Hits der Vierziger bis Sechziger – mit zeitgenössisch gebrochenem Blick.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

STAND
AUTOR/IN