Gespräch

Selfcare auf dem Dancefloor – Beyoncés neues Album ,,Renaissance“

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INTERVIEW
Christian Batzlen
KÜNSTLER/IN
Beyoncé

Eine überlebensgroße Pop-Ikone, politische Influencerin, mit den Obamas befreundet: Und trotzdem stehe für die Künstlerin Beyoncé die Musik immer noch an erster Stelle, sagt Musikkritiker Christian Werthschulte in SWR2.

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Beyoncés neue Album ,,Renaissance“ hat lange auf sich warten lassen. Immerhin sechs Jahre sind seit dem letzten Soloalbum vergangen. Das Album enthält sechzehn temporeiche Songs, in denen Beyoncé Hommage an die Geschichte der schwarzen House-Musik der 80er- und 90er-Jahre zollt. ,,Es ist eine Feier des Schwarzen Dancefloors und diese Geschichte ist vor allem Schwarze Geschichte", sagt der Musikkritiker Christian Werthschulte in SWR2.

Von Disco über House bis hin zu Hip-Hop – Beyoncé lässt auf dem Album die Arbeit zahlreicher Producer aus der Szene einfließen

Auf dem Album-Cover von „Renaissance“ thront Beyoncé, passend dazu, mit glitzernden Körperschmuck auf einem Pferd. Das Bild erinnert an die berühmte Szene, als Bianca Jagger 1977 in die legendäre New-Yorker Disko Studio 54 eingeritten kam.

Die Musik steht bei der Künstlerin an erster Stelle

Mit ihrem letzten Soloalbum „Lemonade“ von 2016 setzte Beyoncé ein politisches Statement: In dem Visual Album wurden Referenzen zu feministischer Aktionskunst und die Unterstützung antirassistischer Protestbewegung in den USA einbezogen. Doch trotz bildgewaltigen Musikvideos, großen Auftritten und Instagram-Inszenierungen, stehe die Musik für die Sängerin immer noch an erster Stelle, so Christian Werthschulte.

Das neue Album vermittelt die Botschaft von Self-Empowerment und Self-Care

Mit ihrem Dance-Album „Renaissance“ setzt Beyoncé ein Post-Corona-Statement. Vermittelt wird dabei vor allem die Botschaft von Self-Care und Self-Empowerment: Gib auf dich Acht, denn du bist wertvoll. Die Künstlerin verpackt diese Botschaft in die Sounds der queeren, Schwarzen Dance- und Ballroom-Szene wirft damit ein Spotlight auf diese Community und das Gefühl von Zusammenhalt, das dahintersteht.

Breite Kritik gab es zu dem Song „Heated“, in dem Beyoncé das behindertenfeindliche Wort „spaz“ benutzte. Nachdem zahlreiche Aktivist*innen darauf verwiesen, dass das Wort Menschen mit Behinderung auf abschätzige Weise bezeichne, entfernte Beyoncé das Wort aus dem Song.

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