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Rio Reiser hat in der deutschen Popgeschichte unverwechselbare Spuren hinterlassen: als erster, der deutsche Texte schrieb und dabei politische Visionen, provokante Rockmusik und feinsinnige Poetik unter einen Hut brachte. In den 70er Jahren stilisierte die linke Szene der Republik ihn und seine Band Ton Steine Scherben zu umjubelten Ikonen. Mit Songs wie „Junimond“ oder „König von Deutschland“ landete er später als Solokünstler Charthits, bevor er 1996 überraschend starb. Am 9. Januar wäre Rio Reiser 70 Jahre alt geworden.

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Berlin in den 70er-Jahren: Eine junge Rockband wird Sprachrohr von Linken, Wehrdienstverweigerern und Hausbesetzern. Ton Steine Scherben ist die erste Gruppe, die schnellen und vor allem politischen Rock auf deutsch macht.

Der charismatische, spindeldürre Frontsänger, der bürgerlich Ralph Möbius heißt, schreibt unter dem Namen Rio Reiser rebellische Texte gegen Ausbeutung, Bevormundung und Unterdrückung. Aber auch über Sehnsucht, Liebe und den Traum vom Paradies.

Als sich „Die Scherben", wie man sie in der Szene nennt, 1985 unter einer gewaltigen Schuldenlast von 300.000 Mark auflösen, tritt Rio Reiser eine Solo-Karriere an. Im Alter von nur 46 Jahren stirbt er 1996 überraschend auf einem Bauernhof in Nordfriesland.

Die Geschichte hinter „Junimond“:

Die Texte von Rio Reiser sind so einfach wie eindrücklich. Kaum ein anderer Songwriter hat in der deutschsprachigen Popgeschichte so tiefe Spuren hinterlassen. Allein von seinem Hit „Junimond“ gibt es Coverversionen von den Prinzen, Echt, Jan Delay, Ulla Meineke, Jan Plewka, Bosse mit Kim Frank.

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„Junimond“ ist ein melancholischer Song über eine schmerzhafte Trennung, Rio Reiser war ein feinsinniger Poet. Doch erst als Solokünstler, nach der Trennung von seiner Polit-Rockband Ton Steine Scherben, hatte er auch mit seinen Balladen Erfolg, sagt Udo Dahmen von der Popakademie Mannheim in SWR2.

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