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Für die koreanische Boygroup BTS und den US-amerikanischen Rapper Eminem hat er schon gearbeitet: Von seinem kleinen Pirmasenser Studio aus erklimmt der Musikproduzent Dominik Rivinius langsam, aber sicher den Olymp der Popmusik.

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Wenn Dominik Rivinius nicht gerade fertige Songs für Kund*innen abmischt, arbeitet er an neuen Liedern. Wichtig dafür: Eine Idee. Das kann eine Melodie sein oder — beim gelernten Schlagzeuger häufiger — auch einfach ein Rhythmus.

Die besten Aufträge kommen unerwartet

Für einen wie Dominik Rivinius ist es wichtig, ein paar Kompositionen in der Schublade zu haben. Denn die besten Aufträge kommen oft ziemlich unerwartet und müssen dann schnell umgesetzt werden.

Letzten Herbst zum Beispiel erhielt Dominik Rivinius eines Morgens eine Whats-App-Nachricht mit einem überraschenden Angebot: Er sollte an einem Eminem-Song arbeiten.

Eine Produktion für Eminem als bisheriger Karrierehöhepunkt

Viel Zeit darüber nachzudenken blieb ihm nicht, denn in nur drei Tagen musste die Orchester-Komposition im Stil alter Hitchcock-Filme stehen — das Thema, das Eminem vorgegeben hatte. Der 31-jährige Rivinius setzte sich in sein Studio und lieferte fristgerecht. Und dann passierte erstmal einige Wochen: nichts.

„Wir wussten gar nichts. Und wir wussten auch nicht, ob das Teil dann hinterher auf dem Album landet oder ob wir einfach nur ins Leere gearbeitet hatten“, erklärt Rivinius.

Er habe erst erfahren, dass seine Arbeit auf dem Album enthalten war, als er am Tag der Veröffentlichung Eminems Album „Music To Be Murdered By — Side B“ durchhörte.

Von der Blockflöte ans Mischpult

Dominik Rivinius' Musikkarriere begann wie bei den meisten mit der Blockflöte in der Grundschule und im Orchester des Dorfmusikvereins. Dann nahm er Schlagzeugunterricht und im Alter von 16 fing er an, in Bands zu spielen — ein Leben zwischen Tourbussen und Konzertbühnen.

Das Musikstudium in Saarbrücken hatte Dominik Rivinius zwar begonnen, aber nach zwei Jahren wieder abgebrochen. Das sei zwar eigentlich ganz interessant gewesen, aber hätte ihn von seinem eigentlichen Interesse, der Popmusik, eher abgebracht, sagt Rivinius.

Der Zufall führte ihn nach Pirmasens

Nach Pirmasens in der Südwestpfalz hat es ihn eher zufällig verschlagen. Es war einfach der einzige Ort im Radius von rund 100 Kilometern, wo er einen geeigneten Raum für sein Studio gefunden hat.

Durch eine Master Class in Berlin lernte Rivinius 2018 den amerikanischen Produzenten Ken Lewis kennen. Er schaffte es sich nützlich zu machen, unterstützte Lewis bei einem IT-Projekt und fungiert als eine Art Assistent.

Rivinius träumt von Los Angeles und einer Zusammenarbeit mit Camila Cabello

Gewissermaßen die Eintrittskarte, um endlich bei den ganz Großen im Popgeschäft mitzumischen. Seitdem produziert er für Weltstars, aus seinem kleinen Heimstudio in Pirmasens.

Sein Traum ist es, irgendwann in Los Angeles zu wohnen, der weltweiten Entertainment-Hauptstadt. Über die Frage, mit welchem Künstler er irgendwann einmal zusammenarbeiten will, muss er nicht lange nachdenken: Camila Cabello.

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