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Kost, Logis und eine sonnige Terrasse – wenn das keine idealen Bedingungen für ein Aufnahmestudio sind. Zu finden ist ein solches Studio in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur bei dem Label „La Buissonne“. Viele bekannte Jazz-Künstler*innen haben hier schon ihre Produktionen realisiert, nun auch der französische Pianist und Komponist Jean-Marie Machado. Er hat dort mit seinem Quartett sein neues Album „Majakka“ eingespielt – und dabei hat die einen direkten Finnland-Bezug.

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Der Aussichtspunkt als Inspiration

Die Musik von Jean-Marie Machado hat etwas Schillerndes und Freies. Man soll sich dem Klang anvertrauen und davon treiben lassen, meint der Komponist dazu. Vielleicht erreiche man ja irgendwann einen neuen Aussichtspunkt – so wie den Ort Majakka in Finnland.

Der alte Leuchtturm strahle ein geradezu magisches Licht aus, erzählt Jean-Marie Machado. Ihm habe er das Album gewidmet und zugleich sei er eine Metapher für seine Art, Musik zu schreiben.

„Ausschau halten und eine neue Konstellation am Horizont erkennen, das war bei diesem Album auch eine tragende Idee. Dann habe ich einige alte Melodien hervorgekramt und für diese Künstler neu organisiert.“

Jean-Marie Machado

Für dieses Experiment hat Jean-Marie Machado ein besonderes Ensemble zusammengestellt. Zu seinem Piano sind ein Cello, ein Sopransaxophon und eine persische Holztrommel hinzugekommen. So gelingt es Machado eine Aura zwischen Licht und Schatten zu beschwören, die seine Kompositionen auszeichnet.

Jazz-Autodidakt mit klassischer Ausbildung

Jean-Marie Machado ist eine der interessantesten und vielfältigsten Musikerpersönlichkeiten in Frankreich. Geboren wurde er als Sohn eines spanischen Gitarristen und einer italienischen Sängerin 1961 in Marokko. Als Hochbegabter kam er nach Paris und studierte ab seinem 12. Lebensjahr Klavier und Musiktheorie am Conservatoire.

Eigentlich war die Karriere als klassischer Pianist vorgezeichnet, doch Machado machte sich als Autodidakt den Jazz zu eigen. Nach dem Studium tourte Machado mit einem kleinen Trio durch die französische Provinz.

Beim neu gegründeten Label Bleu konnte er 1988 eine erste CD veröffentlichen. So wurden viele auf einen Komponisten aufmerksam, der weit mehr beherrscht, als bekannte Jazz-Themen aufzuarbeiten.

Stimmige Kompositionen perfekt ausgeführt

Der Franzose ist eindeutig von Ravel und Debussy beeinflusst und hat ein Händchen für fein austarierte Klänge und Rhythmen. In seinem Quartett gelingt ihm gemeinsam mit dem Cellisten Vincent Segal, Keyvan Chemirani am Schlagzeug und dem Saxofonisten Jean-Charles Richard ein Meisterwerk.

Hier stimmt einfach alles, die Balance zwischen den einzelnen Stimmen, die Durchführung im Satz und vor allem die Fallhöhe der Kompositionen.

„Majakka“ von Jean-Marie Machado (Foto: Pressestelle, Label: La Buissonne)
Jean-Marie Machado Quartett - von links: Jean-Charles Richard (Bariton- und Sopran-Saxophone, Flöten), Jean-Marie Machardo (Klavier, Komposition und Arrangements) Keyvan Chemirani (Zarb und Schlagzeug) und Vincent Segal (Cello) Pressestelle Label: La Buissonne

„Mit diesen drei Persönlichkeiten und ihren individuellen, künstlerischen Fähigkeiten ist es mir hoffentlich gelungen, eine Musik im Hier und Heute umzusetzen. Mehr wollten wir eigentlich gar nicht erreichen.“

Jean-Marie Machado

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