Musikmarkt

Alles wie immer - Aktuelle Studie bestätigt starke Männerdominanz in der Musikbranche

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Subway Jazz Orchestra aus Köln (Foto: IMAGO, Sven Thielmann)
Und wieviele Frauen? Neben der sichtbaren Anzahl von Musikerinnen auf Bühnen bleibt der Anteil der gespielten Komponistinnen und Musikrechteinhaber bei der GEMA unsichtbar. Dort sind 85 Prozent der Mitglieder männlich. Sven Thielmann

Frauen sind nach wie vor in der Musikbranche völlig unterrepräsentiert. Dies zeigen aktuelle Erhebungen der MaLisa Stiftung, die mit ihrer Recherche „Gender in Music - Charts, Werke und Festivalbühnen“ die Geschlechterverteilung in den Charts, den Werkanmeldungen der GEMA und auf Festivalbühnen untersucht hat. Die Ergebnisse offenbaren demnach eine deutliche Schieflage. So ist etwas die Musik in den deutschen Wochencharts zu mehr als 85 Prozent von Männern komponiert.

„Die erhobenen Zahlen sind ernüchternd: Frauen und nichtbinäre Menschen sind in den untersuchten Bereichen der Musikbranche weiterhin stark unterrepräsentiert. Doch es gibt auch positive Entwicklungen - und es gibt Möglichkeiten, dies zu beschleunigen."

Für die Analyse wurden in drei ausgewählten Jahren über den Zeitraum von 2010 bis 2019 die Top 100 Single-Charts, die bei der GEMA angemeldeten Werke sowie 15 verschiedene Festivalbühnen ausgewertet. In allen Bereichen bleib der Frauenanteil dabei jeweils weit unter einem Fünftel, sowohl bei Chartsplatzierungen, GEMA Mitgliedschaft und dort angemeldeten Songs als auch bei der Präsenz auf Festivalbühnen.

Urheber*innen-Frauenanteil bei Charts-Songs 2019: < 1 Prozent

Zudem wurde festgestellt, dass es im untersuchten Zeitraum auch kein Trend zu einer Änderung gibt. Einzig bei den Festivals gebe es beim Frauenanteil einen kleinen Trend nach oben. Dagegen gibt es bei Titeln rein weiblicher Urheberinnen in den Charts sogar einen Abwärtstrend. Deren Anteil sank von knapp über 3 % in 2010 auf unter 1 % in 2019.

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