Sommerserie: On the Road

Kontrabassist Gregor Praml – Der mit sich selbst streicht und zupft

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AUTOR/IN
Ursula Böhmer

„Bass en solo“ heißt eines der vielen Projekte, die Gregor Praml auf die Straße bringt – sei es an Werften, bei Schaufenster-Ausstellungen oder auf der Loreley. Mit Hilfe einer Loop Station, mit der er sich zeitgleich selbst aufnehmen und zuspielen kann, tritt Praml in effektvolle Dialoge mit seinem Kontrabass – und mit sich selbst.

Preisgekröntes Solo-Programm

Er ist der Mann am Kontrabass, komponiert Atmosphärisches für Theater-, Performance- und Tanz-Projekte und ist in verschiedenen Ensembles in der Jazz- und Tangowelt unterwegs: Gregor Praml.

Der Sohn des Frankfurter Theatermachers Willy Praml hat sich mittlerweile auch auf ein Solo-Programm spezialisiert, das bereits preisgekrönt wurde und mit dem er bevorzugt draußen auftritt – so wie sich viele seiner Projekte im Freien abspielen.

Die Natur spielt eine entscheidende Rolle

Gregor Praml steht, tief versunken, an seinem Kontrabass: „Sommer-Prolog“ heißt das Stück, das er gerade spielt.

„Ich habe tatsächlich die Komposition geschrieben, da war es auch so schwül und es rollte so ein Gewitter an. Und dann habe ich eigentlich eher an so eine Stimmung gedacht, die bisschen so schwerer ist, aber trotzdem erfüllt von dieser Wärme und in der Mitte des Stücks irgendwie kann sich das Gewitter auch so ein bisschen austoben.“

„Sommer-Prolog“ gehört zu einem Zyklus, den Gregor Praml zu allen vier Jahreszeiten komponiert hat: „Die Natur spielt eine entscheidende Rolle, weil ich am Kontrabass auch viele Geräusche versuche nachzuahmen, die es in der Natur so gibt.“ sagt Praml.

Praml wird zum Alleinunterhalter

Außer mit Echo-Effekten arbeitet Gregor Praml auch mit einer sogenannten Loop Station: Eine Art verkabeltes Brett mit Knöpfen und Pedalen, die er mit dem Fuß bedient, während er spielt.

„Solo en bass“ nennt Gregor Praml das Projekt, bei dem er im besten Sinne des Wortes zum „Allein-Unterhalter“ wird, mit und gegen sich selbst spielt – und das gerne draußen im Freien. Erst neulich hat er bei einer Ausstellungs-Finissage gespielt, in der ehemaligen Ernst-May-Siedlung im Westen Frankfurts.

Ausgezeichnet mit einem Preis für Kreativität

Eigentlich hat Gregor Praml Jazz- und Popmusik studiert. Doch für sein „Solo en bass“-Programm wurde er vor zwei Jahren sogar beim renommierten Sperger-Wettbewerb in Rostock mit einem „Creativity“-Preis ausgezeichnet.

Dabei ist der Wettbewerb eigentlich nur für klassisch geschulte Kontrabassistinnen und Kontrabassisten gedacht. Preisgekrönt sind inzwischen auch die Tanztheater-Projekte, die Praml gemeinsam mit einer Choreografin für Kindergarten- und Grundschulkinder entwickelt hat - zu DEM Pandemie-Thema schlechthin: Angst.

Akustische Klangkonzepte für Unternehmen

Außerdem entwickelt Gregor Praml akustische Klangkonzepte für Unternehmen – darunter auch ein Autoreifen-Hersteller oder für die Lufthansa: „Für die Lufthansa haben wir eine „Symphonie für ein Flugzeug“ gemacht und haben dann musikalisch die Geräusche des Flugzeugs vermischt mit echter Musik.“

„In the sky“ also statt „on the road“: Auf den Straßen ist Gregor Praml trotzdem eigentlich immer unterwegs – notgedrungen: „Ich wäre gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln, aber das ist einfach schier unmöglich. Ich bin ein paar Mal mit dem Kontrabass mit dem Zug gereist, aber auch das ist schon ein kleines Abenteuer für sich.“

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