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Mit elf Jahren veröffentlichte er seine erste CD und erreichte damit Platz 2 der amerikanischen Jazz-Charts. Heute ist Joey Alexander 16 und gilt als pianistisches Ausnahmetalent. Mit "Warna legt er seine fünfte CD vor, eine Hommage an seine Heimat Bali.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Druckvolles Kolorit

Die CD „Warna“ ist eine Reminiszenz an seine Heimat Bali. Deshalb spielt Joey Alexander den Auftakt auch nicht selbst am Klavier sondern lässt dem Perkussionisten Luisito Qunitero den Vortritt. Der zaubert etwas Kolorit dann steigt Alexander druckvoll mit seinem Trio ein.

Alter Hase am Klavier

Mit seiner mittlerweile fünften CD stellt Joey Alexander mehr und mehr eigene Kompositionen in den Fokus. Aus dem Wunderkind ist ein Jugendlicher geworden, der bereits auf eine jahrelange Profi-Karriere zurückschauen kann. Der 16-Jährige ist nicht nur pianistisch ein alter Hase, auch seine Stücke sind kleine Meisterwerke, die sich längst von seinen Vorbildern gelöst haben.

„Wenn ich mit dem Komponieren anfange, mache ich mir keine Gedanken über den Namen für das neue Werk. Ich lasse mich erst einmal vollkommen vom Groove und der Melodie leiten.
Ein passender Titel fällt mir erst hinterher ein. Dann ist natürlich auch sofort der Wunsch da, eine gute Aufnahme zu machen, damit die Leute meine Musik hören und sich daran erfreuen können.“

Joey Alexander

Wunderbar stimmige Tableaus

Bei der Neuveröffentlichung verlässt sich Joey Alexander auf sein mittlerweile extrem gut eingespieltes „Haustrio“. Der Schlagzeuger Kendrick Scott harmoniert mit ihm genau so gut wie der mehr als fünfzig Jahre ältere Bassist Larry Grenadier.

Nach einem so runden und ausgewogenen Trio-Klang muss man sich sehr lange umhören. Joey Alexander mimt keineswegs den Tastentiger sondern sucht und findet den permanenten Austausch mit seinen Partnern. So entstehen wunderbar stimmige Tableaus für immerhin zehn Kompositionen des jungen Künstlers.

Einzelperson mit außerordentlichen Fähigkeiten

Seit 2014 lebt Joey Alexander in New York. Als „Einzelperson mit außerordentlichen Fähigkeiten“ erhielt er ein Sondervisum der Einwanderungsbehörde. In der Jazz-Metropole hat der Jugendliche auch Förderer gefunden, die ihn offensichtlich mit Umsicht und Respekt aufbauen.

Der Wechsel zum Major Label Verve Records ist mit dieser hörenswerten Neuveröffentlichung jedenfalls gelungen. Der junge Künstler will nun auf Promotion-Tour gehen, wird bei allem Trubel hoffentlich nicht seine Balance verlieren.

„Nach jedem Konzert versuche ich etwas Abstand von der Musik zu gewinnen, um meine Gedanken zu ordnen. Aber so richtig gelingen will mir das eigentlich nie. Dafür bin ich doch viel zu sehr damit beschäftigt was ich und wie ich es mache.
Eine kleine Leidenschaft habe ich allerdings für Filme mit Action-Helden. Das ist dann doch eine tolle Ablenkung und ich kann da nie widerstehen.“

Joey Alexander
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