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Der 1996 geborene Sänger Erik Leuthäuser hat bei internationalen Gesangswettbewerben schon zahlreiche Preise abgeräumt. Nach seinem erfolgreichen Debütalbum hat er nun seine zweite CD veröffentlicht. Zusammen mit dem Pianisten Wolfgang Köhler begibt sich Leuthäuser auf die musikalischen Spuren der Jazzsängerin Irene Kral und ihrem Begleiter Alan Broadbent.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Irene Kral und Alan Broadbent als musikalische Vorbilder

Mit Sicherheit ist Erik Leuthäuser kein Mann für ausgetretene Pfade. Er fand bisher für jede seiner Veröffentlichungen eine tragende Idee, ein schlüssiges Konzept.

Diesmal sind die vor gut vierzig Jahren verstorbene Jazz-Sängerin Irene Kral und ihr Begleiter Alan Broadbent in seinen Fokus geraten. Ein famoses, leider längst vergessenes Duo, das ein exquisites, aber etwas angestaubtes Repertoire hinterlassen hat.

Alte Musikperlen in neuem Glanz

Erik Leuthäuser und sein Pianist Wolfgang Köhler bringen eine Auswahl dieser alten Perlen nun wieder auf Hochglanz, zum Beispiel das Stück „Wheelers and Dealers“. Die Version des Songs von Irene Kral und Alan Broadbent hätten er und sein Begleiter nun als Referenz genutzt, so Erik Leuthäuser.

„Den Text finde ich total relevant in unserer heutigen Zeit. Da geht es letztlich um Kapitalismus, darum, wie Menschen und Ressourcen ausgenutzt werden."

Erik Leuthäuser

Richtiges Feeling für Text und Gefühle

Erik Leuthäuser hat nicht nur das richtige Feeling, um die Texte der alten Songs zu durchlüften, er hat auch die ideale Stimme, um es mit den sehr guten Interpretationen von Irene Kral aufzunehmen. So balanciert er zum Beispiel äußerst gekonnt bei „I like you“ mit eindeutig-zweideutigen Gefühlen.

„Leider ist Irene Kral in den 70er-Jahren an Brustkrebs verstorben, und ich hatte nie die Chance, sie persönlich kennen zu lernen. Ich hatte aber immer das Gefühl, durch die Authentizität ihrer Aufnahmen ist sie nie weit weg. Ich habe mich ihrer Musik immer sehr nahe gefühlt und habe eben genau versucht, diese Authentizität weiterzugeben in meiner Aufnahme.“

Erik Leuthäuser

Live-Mitschnitt mit viel Atmosphäre

Erik Leuthäuser und Wolfgang Köhler sind das Risiko eingegangen, die CD live im Jazz-Club A-Trane in Berlin aufzunehmen. Die Bühne hat gerade einmal 12 Quadratmeter, das Publikum sitzt auf Tuchfühlung. In dieser Atmosphäre ist ein toller Mitschnitt gelungen.

„Eine Live-Aufnahme ist ein unfassbarer Druck, den man sich selber als Künstler macht, weil man natürlich will, dass es qualitativ hochwertig ist. Und das bedeutet, man muss viel vorbereiten, viel proben. Und man hat sehr viel Stress. Aber der Stress hat sich gelohnt, ich bin sehr, sehr froh, wie mein neues Album geworden ist."

Erik Leuthäuser

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