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Mit fünf Jahren bekam Shai Maestro Klavierunterricht – der Beginn einer großen Leidenschaft. Nach der Musikschule in Israel ging es an das Berklee College of Music in Boston und wieder zurück nach Jerusalem. Ab 2006 spielte er im Trio von Bassist Avishai Cohen, ab 2010 im eigenen Trio. Das hat Shai Maestro für sein sechstes Album um dem Trompeter Philip Dizack erweitert.

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„Musik ist Teil des Lebens und der menschlichen Erfahrung“

Dass ein Musiker sein neues Album „Human“ – menschlich, nennt, ist ungewöhnlich. Doch der israelische Pianist ist auch ein ungewöhnlicher Musiker, der sich diesen Titel bewusst ausgesucht hat. Für ihn bedeutet er, Teil eines Ökosystems, einer demokratischen Gesellschaft und Teil einer Gruppe zu sein. Und natürlich ist auch die Musik Teil dieses großen Ganzen.

Wenn er versuche, Musik zu machen, die außerhalb des Lebens stünde, ein transzendentales Ereignis, dann funktioniere dies nicht. Musik sei ein Teil des Lebens und der menschlichen Erfahrungg, sagt Shai Maestro.

„Man muss es einfach geschehen lassen. Wenn man das macht, dann transzendiert die Musik von ganz alleine. Deshalb habe ich das Album 'Human' genannt.“

Shai Maestro, Jazzpianist

Musik einfach geschehen lassen

Dass es einfach geschehen konnte, das verdankt Shai Maestro auch der Improvisationskunst des israelischen Schlagzeugers Ofri Nehemya und des peruanischen Bassisten Jorge Roeder sowie des neu hinzugekommenen amerikanischen Trompeters Philip Dizack.

„Ich finde es gut, dass jemand anderes die Melodien, die ich geschrieben habe, vorträgt und interpretiert,“ sagt Shai Maestro. „Außerdem hat die Trompete eine riesige Dynamik, sie kann rufen und lauter sein als das Klavier, viel lauter. Das verändert die Art und Weise, wie ich komponiere. Es ändert außerdem die Dynamik der Gruppe. Wenn ein neues Mitglied zur Familie hinzukommt, ändert das alles.“

Schön und zugleich politisch

Lyrisch, melodisch gesättigt, rhythmisch raffiniert, elegant instrumentiert – Shai Maestros Musik schwelgt in Schönheit. Und doch birgt sie auch eine politische Botschaft. Wenn man zehn Jahre lang in New York gelebt hat, sagt Shai Maestro, dann ist man sehr stark den großen und kleinen Ungerechtigkeiten aufgrund der Hautfarbe ausgesetzt. Das reicht von direktem Rassismus bis zu verstecktem Rassismus.

„Ich spiele Jazz und mein Fundament, das ist schwarze amerikanische Musik zusammen mit klassischer Musik. Wir alle genießen Privilegien, die Farbige nicht haben. Das ist die Realität. Das ist Teil der Reise.“

Shai Maestro

Musik Mas que nada: Brasiliens Musik-Legende Sérgio Mendes wird 80

Er ist der Pionier des Bossa Nova, und er hat der Welt auch den Samba und brasilianische Volksmusik näher gebracht. Brasiliens Musik-Legende Sérgio Mendes feiert am 11.2. seinen 80. Geburtstag. Sein Ohrwurm „Mas que nada“ ist zeitlos und schaffte sogar den Brückenschlag zu Jazz und Rap.  mehr...

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Jazz Geschichten ohne Worte: „Inner State“ von Ramón Valle

In den Stücken von Ramón Valle wird die perfekte Mischung aus Talent und klassischer Ausbildung hörbar. Wie der Name „Inner State“ schon andeutet, gibt der Pianist mit seinem Trio Einblicke in sein Innenleben. Ramón Valle kombiniert seine kubanische Herkunft mit Einflüssen aus Europa, wo er schon lange lebt. Mit seiner Musik erzähle er Geschichten, sagt er, Geschichten ohne Worte.  mehr...

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Jazz „Dreamcatcher" von Gitarrist Lee Ritenour

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Jazz Fred Hersch und seine „Songs from Home“

Der Amerikaner Fred Hersch zählt zu den erfolgreichsten Jazzpianisten der Gegenwart. Zehnmal wurde er bereits für den begehrten Musikpreis Grammy nominiert und nicht nur die New York Times widmete ihm eine wahre Lobeshymne. Wegen einer Vorerkrankung musste Fred Hersch während der Corona-Pandemie alle seine Aktivitäten stark einschränken. Dennoch hat er beim Label „Palmetto Records“ sein neues Solo-Album „Songs from Home“ aufgelegt.  mehr...

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Stuttgart

Gespräch Jürgen Schlensog, Jazz Open Stuttgart: „Wir fahren auf Sicht“

Verlängerter Lockdown bedeutet verlängertes „Fahren auf Sicht“ für die Organisatoren von Kulturveranstaltungen. „Ich hätte mir schon gewünscht, dass man beginnt, mit der Kultur auf eine Weise umzugehen, die den Menschen mehr Eigenverantwortung zutraut“, sagte in SWR2 Jürgen Schlensog, Leiter des Stuttgarter Jazzopen-Festivals, nach den Bund-Länder-Beratungen zur Coronakrise.  mehr...

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