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Indie-Pop auf dem Parkhausdach: Bunter-Beton-Festival in Stuttgart

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AUTOR/IN
Silke Arning

Die phantastische Aussicht gibt es gratis – Hoch oben auf dem Dach eines Stuttgarter Innenstadtparkhauses hat sich ein kleines, feines Szenetreffen etabliert: Live-Konzerte mit bekannten und unbekannten Größen zu erschwinglichen Preisen und über Kopfhörer, damit die Nachbarn nicht gestört werden.

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Graffitis, Fotokunst und Stille

Ein Parkdeck als Veranstaltungsort: vor vier Jahren von der Stuttgarter Kleinkunstbühne Rosenau aufs Gleis gesetzt, ist das Bunter-Beton-Festival heute eine echte Gemeinschaftsleistung mehrerer Kunst- und Kulturschaffender, die größtenteils ehrenamtlich anfassen. Das mache den Charme des Festivals aus, meint Theresa Kern vom Organisationsteam:

„Alle machen da mit sehr viel Herz mit. Es geht uns wirklich um die Kunst und um Menschen zusammenzubringen. Jegliches Alter und jegliche Herkunft. Das zweite, was es auszeichnet, ist der Ort, glaube ich. Mitten in Stuttgart zu sein an einem Ort, der normalerweise nicht für Kultur vorgesehen war, der sich mittlerweile aber zu einem ganz tollen Kulturort gewandelt hat.“

Graffitis und Fotokunst machen die grauen Betonwände zu echten Hinguckern, große Holzskulpturen wachen über das Parkdeck. Und während in den unteren Stockwerken noch Autos durch das Parkhaus kurven, herrscht oben auf dem Dach Stille.

Bunter Beton Festival auf dem Züblin Parkausdeck in Stuttgart (Foto: SWR, Silke Arning)
Bunter Beton Festival auf dem Züblin Parkausdeck in Stuttgart Silke Arning

Intensiveres Eintauchen in die Konzerte

Kein Straßenlärm dringt herauf, selbst das Festival kommt auf leisen Sohlen daher – ohne wummernde Bässe, ohne Außenbeschallung. Aber so hören es die Festivalbesucher*innen, die selig über Kopfhörer dem Konzert lauschen.

So ein Kopfhörerkonzert sei für manche anfangs noch gewöhnungsbedürftig, meint Mitveranstalter Stefan Kraft vom Kulturbüro Sorglos, doch eigentlich habe es große Vorteile: „weil man intensiver in die Konzerte eintaucht, weil man aber auch die Möglichkeit hat, aus dem Konzert aufzutauchen und sich zu unterhalten und mal nur mit einem Ohr zuzuhören oder kleine Kinder mitzubringen, die hier einfach schlafen können während des Konzerts, weil es hier nicht laut ist.

Theresa Kern und Stefan Kraft, Leiter des Bunter Beton Festivals in Stuttgart (Foto: SWR, Silke Arning)
Theresa Kern und Stefan Kraft, Leiter des Bunter Beton Festivals in Stuttgart Silke Arning

Bemerkenswertes Szene-Festival verschiedenster Stilrichtungen

Tatsächlich hat sich an diesem ersten Festivalabend auch eine junge Familie ein Plätzchen auf dem Parkdeck gesucht.  Während das Baby friedlich im Arm der Mutter schlummert, hüllt die ukrainische Sängerin und DJ Maria Basel das Parkdeck in sphärische Klänge:

Was vor vier Jahren als Liedermacher-Festival begonnen hat, hat sich inzwischen zu einem bemerkenswerten Szene-Festival verschiedenster Stilrichtungen entwickelt: Es gibt Hip Hop, elektronische Musik und Ethno-Pop, aber auch Brunch- und Kinderkonzerte. Künstlerinnen und Künstler aus der Region sind ebenso dabei wie internationale Besetzungen, bekannte Namen wie Newcomer. 

Das Publikum sitzt mit Kopfhörern beim Konzert auf dem Parkhausdeck (Foto: SWR, Silke Arning)
Das Publikum sitzt mit Kopfhörern beim Konzert auf dem Parkhausdeck Silke Arning

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Silke Arning