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Der 1976 in Hannover geborene Jazzpianist und Komponist Frank Woeste lebt seit vielen Jahren in Paris und hat sich dort in der Musikszene als feste Größe etabliert. Frank Woeste ist erfolgreicher Produzent, aber auch als Komponist und Interpret ist er aktiv. Vor einigen Jahren veröffentlichte er beim Label ACT sein Album „Pocket Rhapsody", das von der Kritik gelobt wurde. Nun ist mit seinem Quartett das Fortsetzungs-Album nach einem langen Reifeprozess erschienen: ein Kaleidoskop der musikalisch lebendigen Metropole Paris.

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Durch menschliche Begegnungen musikalisch inspiriert

Schon bei den ersten Takten des Titels „Clara" lässt Frank Woeste mit seinem kompositorischen Können aufhorchen. Dem Trompeter Eric Vloeimans hat er eine wunderschöne Melodie geschrieben, die dieser mit seinem lyrischen Ton geradezu aufblühen lässt.

Das Stück ist Clara, der fünfjährigen Tochter von Frank Woeste gewidmet. Immer wieder, erzählt der Komponist, sind es Personen, Begegnungen oder Alltagssituationen, die ihm Inspiration für seine Stücke schenken.

Er sei schon ein „Stückesammler", sagt Frank Woeste, bestimmte Titel von „Pocket Rhapsody II" seien also bereits auf anderen Alben von ihm aufgenommen. Aber sie hätten sich stark verändert und seien nun kaum wiederzuerkennen.

Ein perfekt harmonisierendes Quartett

Für seine zweite „Pocket Rhapsody" hat Frank Woeste wieder sein hervorragendes Quartett um sich versammelt. Trompete, Posaune, Bass und Schlagzeug harmonieren perfekt miteinander. Woeste selbst spielt nicht nur Klavier und Synthesizer, sondern setzt sich auch gerne an sein elektromechanisches Fender Rhodes Piano.

„Ich mag das Fender Rhodes sehr gerne, weil es einen warmen, organischen Sound hat und von Instrument zu Instrument unterschiedlich ist. Und ich kann auch den Sound modulieren mit Effektgeräten, die oft sonst eher für E-Gitarre eingesetzt werden. Das macht das Instrument für mich sehr spannend."

Frank Woeste

Enormes Gespür für Form und Klang

Sein enormes Gespür für Form und Klang beweist Frank Woeste mit jedem Stück der „Pocket Rhapsody II". Auch während der Arbeit am Album brachte der Komponist Woche für Woche seinen Sohn zu den Proben eines Kinderchores, der eng mit der Pariser Oper verbunden ist. Wie die anderen Eltern musste er auf dem Flur warten. Das Komponisten-Laptop hatte Woeste natürlich griffbereit dabei.

„Ich arbeitete dann am Computer an dem Album und hörte im Hintergrund den Kinderchor proben - und da habe ich mir gedacht, das passt eigentlich ganz gut! Und so kam es eigentlich dazu, dass ich den Kinderchor gebeten habe, mit mir aufzunehmen."

Kaleidoskop einer musikalisch lebendigen Metropole

Seitdem er sein eigenes Tonstudio „Libretto“ habe, könne er sich wesentlich mehr Zeit lassen, erzählt Frank Woeste. Das sei ein Luxus und könne natürlich auch manchmal dazu führen, dass er sehr viele Sachen verändere und am Ende wieder zum Ausgangspunkt zurückkomme. Durch den langen Reifeprozess ist die neue Pocket Rhapsody ein Hörvergnügen vom ersten bis zum letzten Takt.

Ihre einzelnen Teile fügen sich wie von selbst zum großen Ganzen zusammen. Hier erklingt das Kaleidoskop einer musikalisch lebendigen Metropole. Frank Woeste, der schon seit vielen Jahren in Paris lebt und arbeitet, hat sich zu einem Album inspirieren lassen, das aus den Neuveröffentlichungen herausragt.

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