Indiepop

„Hallo Euphoria“ – Die Sterne veröffentlichen neues Album

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AUTOR/IN
Helen Roth

Inspirierend, funkig und doch gewohnt systemkritisch – Die hamburger Indie-Pop-Band „Die Sterne“ veröffentlichen mit „Hallo Euphoria“ ihr 13. Album. 2018 formierte sich die Band um Sänger und Gitarrist Frank Spilker neu. Dem Sound und dem mühelosen Sprachduktus der Band hat das nicht geschadet. Ganz im Gegenteil weisen die zehn Songs auf dem Album die typische systemkritische Sternenattitüde auf und kommen doch durch den Einsatz eines Orchesters in neuem Klangkleid daher.

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Funkig und sehr tanzbar

Es herrscht Aufbruchsstimmung bei der hamburger Indie-Pop Band „Die Sterne“. Das 13. Studioalbum „Hallo Euphoria“ kommt musikalisch funkig und sehr tanzbar daher.

Das liegt zum einen an den Sterne-typischen elektronischen Anleihen, deren Beats direkt in die Beine gehen. Zum anderen hat die Band aber auch ihr musikalisches Repertoire erweitert.

Zu den klassischen Indie-Rock-Instrumenten wie Gitarre und Schlagzeug gesellt sich auf der neuen Platte gleich ein ganzes Orchester, sagt Frank Spilker, der Kopf und Sänger der Band. 

 „Es war echt ein besonderes Erlebnis, weil ich hab schon oft mit Streichern oder Bläsern oder Teilen des Orchesters gearbeitet, aber so dieses ganze Gewerk zu haben, das gibt einem eine unglaubliche Power.“ so Spilker.

 Frische kreative Einflüsse

Musikalisch ist das natürlich kein Novum, aber für Die Sterne eine künstlerische Öffnung. Auch sonst hat sich bei der Band einiges getan. Vor rund vier Jahren standen die Sterne, die in den 90er Jahren die Hamburger Schule maßgeblich prägten, kurz vor dem Aus.

Zwei Mitglieder hatten die Band verlassen. Spilker ließ aber nicht locker und kehrte 2020 dann mit dem Album „Die Sterne“ in neuer Konstellation zurück. Die frischen kreativen Einflüsse haben der Musik wirklich gut getan und tun das auch jetzt.  Die 10. Lieder auf der neuen Platte spiegeln der Puls der Zeit, ohne sich mit ihm gemein zu machen.

Minimalistische Lyrik

Jedes für sich ist eine kluge, pointierte Alltagsbetrachtung und gleichzeitig eine Diagnose für die Gesellschaft. Der Song „Alles was ich will“ geht zum Beispiel um das moderne Single-Dasein in Zeiten von Tinder und Co.

Die Band nimmt damit ein zeitgenössisches Thema auf, verästelt sich aber nicht in Phrasen. Die minimalistische Lyrik Spilkers, gepaart mit den schwebenden, heiteren Melodien bringt stattdessen das Dilemma auf den Punkt.

Wenn man theoretisch alles haben kann, fällt die Entscheidung umso schwerer. Ein typischer Sterne-Song meint Frank Spilker:

 „Also das ist ja bei den Sternen, finde ich, auch Tradition, selbst wenn es von der Komposition irgendwie ein Lovesong oder eine popmusikalische Oberflächlichkeit hat – was ja auch Spaß macht und immer Platz und Raum hat bei den Sternen – ist es immer im Subtext auch ein Kommentar zum Weltgeschehen. Wobei ich finde, dass es auf dem neuen Album deutlicher zu hören ist und weniger verklausuliert ist vielleicht.“

Kein erhobener Zeigefinger

Tatsächlich kommen die Sterne auf der neuen Platte sprachlich direkter daher, ohne etwas von ihrer literarischen Qualität eingebüßt zu haben. Der Song „Die Welt wird knusprig“ zeigt das deutlich. Trotz der euphemistischen Chiffre, weist er klar auf die Klimakrise und ihre Ursachen hin. 

 Den erhobenen Zeigefinger schwingen die Sterne zum Glück aber auch diesmal nicht. „Hallo Euphoria“ stellt, Sterne-typisch, mehr Fragen, als es Antworten gibt. Da trifft es sich ausgezeichnet, dass die Musik auf dem neuen Album so tanzbar ist, denn rhythmische Bewegung wirkt sich nachweislich positiv auf die Denkkraft aus. 

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