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Der angekündigte Börsengang der Universal Music Group (UMG), einer der weltweit größten Musikrechteinhaber, ist ein Indiz für den Boom am Streaming-Markt, auf dem Spotify, Apple Music und Amazon Music die führenden Anbieter sind. Doch das Bezahlsystem der Streamingdienste sei unfair und bevorzuge die Großen, beklagen viel Musikeri*innen. Es werde aber wahrscheinlich auf absehbare Zeit so weiterlaufen, prognostiziert der Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg, Professor Hubert Wandjo, in SWR2.

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Die Kleinen finanzieren die Großen

Die momentan übliche Auszahlungs-Methode, die von immer mehr Künstlern in Frage gestellt werde, schildert Wandjo an einem Beispiel im SWR2 Gespräch: Wenn jemand den ganzen Monat Miles Davis für zehn Euro höre, bekäme nicht dieser oder seine Rechte-Inhaber die volle Summe, sondern die käme in einen großen gemeinsamen Topf. Aber aus diesem werden auch die aktuellen Top-Künstler honoriert, und nur ein ganz kleiner Teil davon ginge an den Künstler, den er ausschließlich gehört habe.

Warum Songrechte gerade so begehrt sind.

Nutzerzentriertes Abrechnungsmodell in der Diskussion

In der momentanen Diskussion ginge es nun darum, auf ein nutzerzentriertes Abrechnungsmodell umzustellen, bei dem der Nutzer direkt den Künstler bezahle, den er gehört habe. Das sei natürlich eine andere Form der Abrechnung, die eine große Umstellung für die Streaming-Plattformen bedeuten würde, so Wandjo. Und deswegen sei man da momentan noch verhalten. Es gebe wohl Gespräche zwischen Vertretern der Künstler, der Labels und der Streaming-Plattformen. Momentan habe man aber nicht das Gefühl, dass eine Umstellung bevorstehe.

„Meine Prognose ist, dass es wahrscheinlich auf absehbare Zeit erstmal so weiterläuft. Und wenn die Verfechter des nutzerbasierten Abrechnungsmodells nicht genug Verhandlungsmacht aufbringen, nicht genug Lobbyismus betreiben, dann wird da wahrscheinlich nichts passieren.“

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