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Grammy-Vergabe 2021: Black Lives Matter im Fokus, Beyoncé mit Rekord-Gewinn

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Wenig Zoom — stattdessen viel Boom von Frauen. Bei den Grammys, die in der Nacht von Sonntag auf Montag in Los Angeles verliehen wurden, glänzten vor allem die Künstlerinnen.

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Beyoncé schreibt Musikgeschichte

Weiblich und politisch: so war die Verleihung der Grammys in diesem Jahr geprägt. Die wichtigsten Preise gingen an Künstlerinnen. Und Beyoncé schrieb sogar Musikgeschichte: Sie gewann ihren 28. Grammy und kann sich nun die am häufigsten ausgezeichnete Frau in der Grammy-Geschichte nennen.

Congratulations to BEYONCÉ for making herstory tonight 🔥🙏🏾

Ausgezeichnet wurde Beyoncé unter anderem in der Kategorie „R&B Darbietung“ für ihren Song „Black Parade“. Im Lied gehe es um Stärke und Stolz der schwarzen Community. Als Sängerin wolle sie reflektieren.

„Es ist eine so schwierige Zeit gerade“, sagte eine sichtlich gerührte Beyoncé, deswegen habe sie all die Schwarzen Königinnen und Könige „erheben, ermutigen und feiern“ wollen, die sie inspirierten.

Die Black Lives Matter-Bewegung im Fokus der Verleihung

Die Proteste gegen Rassismus und Gewalt gegen Schwarze US-Amerikaner*innen zogen sich als großes Thema durch die Grammys, die vor allem auf viele Auftritte setzten: Teils live, teils vorher aufgezeichnet.

Rapper Lil Baby beispielsweise ließ einen Fall von Polizeigewalt gegen Schwarze inszenieren: Zu seinem Sing „The Bigger Picture“, der unter dem Eindruck der Tötung von George Floyd entstanden ist.

Been here before but this time Song Of The Year! A forever moment. This song means so much more than being recognized for it. This song made such an impact. Thank you a million times!!! #GRAMMYs https://t.co/lpYTqqfbwc https://t.co/KxyZFqProb

Nach den letzten Worten von George Floyd „I cant breathe” benannte Sängerin H.E.R. einen ihrer Songs, der als Lied des Jahres ausgezeichnet wurde. „Ich habe nie damit gerechnet, dass mein Schmerz und meine Furcht so einen Eindruck hinterlassen würden“, bedankte sich H.E.R. auf der Bühne. 

Vor allem Künstlerinnen können glänzen

Die Grammys, die in der Nacht von Sonntag auf Montag in Los Angeles verliehen wurden, versuchten möglichst wenig Videokonferenz-Gefühl aufkommen zu lassen, stattdessen wurden fünf verschiedene Bühnen bespielt. Das fehlende Livepublikum allerdings sorgte dafür, dass einige Auftritte eher aussahen wie Kunstinstallationen.

Beispielsweise der von Taylor Swift, die von einem bemoosten Hausdach herunterkletterte oder Billie Ellish, die von einem scheinbar versunken Auto herabsang. Beide Künstlerinnen erhielten ebenfalls Preise, Swift für das beste Album des Jahres mit „Folklore“, Eilish für die beste Aufnahme für „Everything I wanted“.

Und noch eine Frau ging als große Siegerin des Abends hervor: Rapperin und Sängerin Meghan Thee Stallion, die drei Grammys erhielt, unter anderem den Grammy für die beste neue Künstlerin.

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