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Fesselnd und hitverdächtig: „Dance Fever“ von Florence and the Machine

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Sängerin Florence Welch ist in „Dance Fever“, dem ersten Album von Florence and the Maschine nach vier Jahren, dunkler geworden, weniger spielerisch, auch etwas wütend. Auch wenn das Pathos etwas viel ist und Florence and the Machine sich langsam dem Mainstream annähern: „Dance Fever“ erweckt einen ganz eigenen, starken Kosmos aus Musik und Bildern zum Leben. Das ist fesselnd und über weite Strecken hitverdächtig.

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„Dance Fever“ – der Titel des neuen Albums von Florence and the Machine bezieht sich nicht auf das Disco-Fieber der Siebzigerjahre. Es greift ein Thema aus der frühen Neuzeit auf: Berichte von Menschen, die aus bis heute nicht geklärten Gründen getanzt haben, bis sie buchstäblich umfielen. Am bekanntesten vielleicht die „Straßburger Tanzwut“ von 1518, die einige Tage gedauert und mehrere Todesopfer gefordert haben soll.

Sängerin Florence Welch ist in „Dance Fever“, dem ersten Album nach vier Jahren, dunkler geworden. Feminismus war nie ein großes Thema bei Florence and the Machine, doch jetzt hört man ihn öfter heraus. Aufbegehrt wird im Stück mit dem schönen Titel „Girls against God“.

Auch wenn das Pathos etwas viel werden kann und Florence and the Machine sich langsam doch an den Mainstream annähern: „Dance Fever“ zeigt Florence Welch einmal mehr als starke Künstlerpersönlichkeit.

Album der Woche Souveränes Debüt aus London: „Honeyglaze“ von Honeyglaze

Manchmal geht alles ganz schnell: Das Trio aus London hat gerade die ersten Auftritte gespielt, da will der angesagte Produzent Dan Carey (Sophie Hunger, Fontaines DC, Wet Leg u.a.) ein Album mit ihnen aufnehmen. Heraus kommt ein großartiges Debüt, das an den Gitarren-Pop Sound der 00er Jahre anknüpft.  mehr...

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„A Bit of Previous“ heißt das zehnte Album der schottischen Indie-Pop Band Belle and Sebastian. Es ist das erste Album, das die Band seit 20 Jahren in ihrer Heimatstadt Glasgow aufgenommen hat. Die 12 Songs auf dem Album erinnern an ihren Sound aus der Anfangszeit ihrer Karriere. „A Bit of Previous“ ist damit sowohl eine geographische als auch eine musikalische Heimkehr der Band.  mehr...

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Musik Gewohnt brachial: Rammstein veröffentlichen ihr achtes Album „Zeit“

Rammstein sind sich treu geblieben mit ihrem achten Album, sagt Musikjournalist Fabian Elsäßer. Die stilistische Entwicklung sei vorhanden, aber überschaubar. Denn auch wenn mittlerweile zwischendurch mal Panflöten oder ein Akkordeon zum Einsatz kämen, bleibe der Sound bombastisch. Und der für die Band so typische Pathos habe in den Texten von Sänger Till Lindemann ebenfalls seinen Platz, wobei das Frauenbild einen neuen Tiefpunkt erreiche. „Es ist halt typisch Lindemann, er gibt den Schmutzkasper.“ In die Gestaltung ist mehr Aufwand geflossen: Der Rockmusiker und mittlerweile anerkannte Fotograf Bryan Adams hat das Coverbild gestaltet, als Beigabe zum Song „Zick Zack“ veröffentlichte die Band sogar ein Jugendmagazin à la „Bravo“. Das Gesamtkunstwerk Rammstein, ist Elsäßer sich sicher, bleibt für einen großen Teil der Hörer faszinierend, auch wenn der Treibstoff für diese Aufmerksamkeitsmaschine langsam dünner werde.  mehr...

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