Hip-Hop

Feine Beats aus Stuttgart-West: Dexter mit neuem Album „Yung Boomer“

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Der einflussreiche Stuttgarter Musiker und Hip-Hop-Produzent Dexter hat ein neues Album veröffentlicht. Es ist nicht nur das erste, auf dem er selbst rappt, sondern auch sein erstes als Vollzeitmusiker, denn Felix Göppel, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, hat seinen Hauptberuf als Kinderarzt an den Nagel gehängt.

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Ein Leben lang Musik

Zwei Jahre Klavierunterricht, und danach: probieren, samplen, rappen. Alleine, aber früher vor allem mit Freunden.

„Musik war bei mir schon immer ein riesiges Thema“, sagt Dexter, der eigentlich Felix Göppel heißt. „Schon als Kind und auch während der Arbeit, die ganze Zeit, all meine Freizeit floss nur in die Musik.“

Begeisterung für Beats und Sampling

Geboren wurde Dexter in Heilbronn, inzwischen wohnt er im Stuttgarter Westen. Seinen Job als Kinderarzt hat er letztes Jahr an den Nagel gehängt. Trotzdem steht er morgens um sieben auf, bringt die Kinder in die Kita, dann geht’s ab ins Studio, das direkt unter der Wohnung liegt.

Auf 12 Quadratmetern baut Dexter seine Songs und Beats. „Mein Hauptinteresse am Hip-Hop war schon immer das Instrumentale. Als ich dann irgendwann herausfand, dass das größtenteils aus Samples aus alter Musik besteht – also Funk, Soul Jazz, obskure Musik, Soundtracks – da wurde ich ganz hellhörig.“

Produktionen aus Papas Plattensammlung

Aus der Plattensammlung des Vaters hat Dexter dann erste Samples gebastelt. Wie sowas klingt, ist bestens auf dem 2012 erschienenen Album „Jazzfiles“ zu hören.

„Ahmad Jamal ist einer meiner favourite Jazzpianisten überhaupt“

Überhaupt haben es Felix Göppel vor allem Jazzpianisten angetan. „Allen voran Ahmad Jamal. Mir geht es viel um Akkorde und Akkordfolgen, bestimmte Stimmungen. Die drückt er für mich sehr gut aus, er ist einfach einer meiner favourite Jazzpianisten überhaupt.“

Dexter rappt jetzt auch

Auf seinem aktuellen Album „Yung Boomer“ sind die Jazzeinflüsse vor allem in den Outros zu erkennen. Ansonsten hat sich Dexters Stil aber definitiv gewandelt – allein schon, weil er auf dem Album rappt.

Sein persönlichster Song, „Apoplex“, handelt von Dexters Schlaganfall vor dreieinhalb Jahren. „Mir gehts super und das Wiederholungsrisiko ist gleich null, aber ich musste dieses einschneidende Erlebnis zumindest mal aufschreiben“, sagt Dexter.

„Ich bin sehr dankbar für mein Leben“

Der Song runde das Album ab: „Er erklärt vielleicht die sonstigen Banalitäten, die ich erzähle, weil ich einfach sehr dankbar für mein Leben bin und für das Privileg, dass ich leben kann.“

Dexters nächste musikalische Produktion geht aller Voraussicht nach wieder mehr in die instrumentale Richtung. Ohne Rap und ohne eigene Texte – dafür mit umso mehr Beats, Samples und Instrumentals.

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