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Im Jahr 2000 hat der Jazz-Club "Porgy & Bess" neue Räumlichkeiten mit einer hervorragenden Akustik in der Wiener Innenstadt bezogen. Im Keller befindet sich ein hochmodernes Tonstudio, das mit der Bühne verkabelt ist. Während der Corona-Zwangspause realisierte der Gitarrist Diknu Schneeberger dort mit seinem Trio ein neues Live-Album, wenn auch ohne Publikum. Der 1990 in einer Sinti-Familie geborene Diknu Schneeberger gehört zu den überragenden Talenten der Musikmetropole Wien. Gemeinsam mit seinem Trio hat er ein Konzert der Extraklasse aufgenommen.

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Inspiriert von frischer Minze

Sein Stück „Frische Minze“ hat Diknu Schneeberger der Pflanzenwelt gewidmet. Er möge Minze und so habe das gut gepasst, sagt der Gitarrist. Ganz gleich, ob ihn eine Topfpflanze in seiner Küche inspiriert oder ein Krokus als Frühlingsbote, die Musik von Diknu Schneeberger strahlt grundsätzlich Optimismus aus.

Diknu Scheeberger stammt aus einer uralten Musikerfamilie. Sein Vater sei ein ganz toller Bassist, schwärmt der Musiker, mit ganz eigenem Sound und eigenem Swing. Durch seinen Vater sei er auch zur Musik gekommen, erst zum Schlagzeug und danach zur Gitarre.

„Mich hat jedesmal mein Vater dazu motiviert, angeleitet und immer für die perfekten Lehrer gesorgt.“

Diknu Schneeberger
Diknu Schneeberg Trio (Foto: Pressestelle, Christoph Lehner)
Diknu Schneeberg Pressestelle Christoph Lehner

Trio neu besetzt

Auf der einen Seite bekam Diknu Schneeberger von seinem Vater die Tradition der Sinti-Musik authentisch vermittelt, auf der anderen Seite eröffnete ihm das Studium der Jazz-Gitarre am Konservatorium der Stadt Wien ganz andere Möglichkeiten. Nachdem er seine ersten CDs noch in familiärer Runde realisierte, setzt Diknu Schneeberg diesmal auf gleichaltrige Musiker.

Diknu Schneeberg Trio (Foto: Pressestelle, Christoph Lehner)
Diknu Schneeberg Trio Pressestelle Christoph Lehner

Mit Julian Wohlmuth an der zweiten Gitarre und Martin Heinzle am Bass hat er sein Trio neu formiert. So klingt die Musik von Diknu Schneeberger noch viel freier von tradierten Mustern.

Das Besondere an der Kunst von Diknu Schneeberger ist nicht nur seine Virtuosität, sondern auch sein Gespür für das richtige Timing. Er durchlüftet seine Melodien mit winzigen Rückungen und Pausen und bringt sie so zum Singen. Per Video erläutert er seinen Fans immer wieder, warum das so wichtig ist.

Pausen setzen

Jeder kenne Menschen, die ohne Pause redeten, sagt Diknu Scheeberger: Das sei „schnatter, schnatter, schnatter“. In der Musik dürfe das auf keinen Fall passieren. Deshalb habe er zwischen seinen Phrasen auch ab und zu mal eine Pause gelassen, nur einen Ton genommen und den wirklich singen lassen. Das sei sehr wichtig in der Musik, findet Schneeberger.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Live-Aufnahme ohne Publikum im Wiener Jazzclub „Porgy & Bess“ aufgezeichnet worden. Videos der Konzerte sind über Schneebergers Youtube-Kanal verfügbar. Ganz bewusst hat man im „Porgy & Bess“ einen so genannten „Stadtraum für alltägliche Musik“ geschaffen, der sich durch hervorragende Akustik auszeichnet. Das Diknu Schneeberger Trio nutzt seine Chance und präsentiert einen Konzertmitschnitt der Extraklasse.

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