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Schon dreimal war Sandra Hüller „Schauspielerin des Jahres“. Für ihre Hauptrolle in dem Oscar-nominierten Film „Toni Erdmann“ wurde sie als beste Dartsellerin mit dem Europäischen Filmpreis gekürt. Jetzt hat sie sie ein erstaunliches Debüt-Album als Sängerin veröffentlicht: „Be Your Own Prince“ enthält sieben eigene Songs in einer Gesamtlänge von nur 20 Minuten.

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Traumverlorene Stimme, vorwärtstreibende Gitarrenmelodie – eigentlich nichts Besonderes. Bei Sandra Hüller aber schon. Wenn sie singt, klingen echte Gefühle mit – Schmerz, Trauer, aber auch trotziger Stolz. Am Sound hat sie lange gearbeitet.

„Ich habe irgendwie immer, wenn ich Zeit hatte ... mich hingesetzt und versucht, Sachen aufzunehmen, eben so ganz simpel am Computer mit dem internen Mikro, bis mir jemand gezeigt hat, dass man da auch ein ordentliches Mikro anschließen kann“.

Sandra Hüller

Der Freund und Theatermusiker Daniel Freitag hat Sandra Hüller bei der Produktion am geholfen. Die beiden haben sich bei der gemeinsamen Arbeit für „Seltsames Intermezzo“ an den Münchner Kammerspielen kennengelernt. Auf dem Kantinenhof haben sie sich "total bescheuerte Gesangsduelle" geliefert und irgendwann hat Daniel Freitag begonnen, die Songs von Sandra Hüller neu zu arrangieren. Stilistisch geht es dabei quer durch den Gemüsegarten.

Einfach Songs, kein Konzeptalbum

Der Song „My Love (Last Breath)“ wurde von bulgarischen Frauenchören inspiriert. Sandra Hüller dreht hier richtig auf – sie ist anarchisch, wild und schrill, versucht mit der Stimme Blechbläser zu imitieren. Der Kontrast zu den anderen Songs könnte kaum größer sein. Jeder Song ist in einer bestimmten Situation entstanden, es gab nie einen Plan für ein Album

„... es ist kein Konzeptalbum und ich bin ja auch keine Band und hab mir über meinen Sound keine Gedanken gemacht. Sie müssen sich das vorstellen wie so eine Art Frühjahrsputz, wo man die Sachen rausholt, die schon ewig irgendwo lagen ...“

Einige Songs sind tanzbar, andere klingen wie vertonte Gedichte. Die meisten sind kurz und haben etwas Skizzenhaftes. Der Gesang von Sandra Hüller wurde nicht neu aufgenommen, es sind die jeweiligen Originalaufnahmen, auch mit Übersteuerungen und technischen Makeln. „Das fanden wir aber gut“, sagt Sandra Hüller.

Ursprünglich, rau und kantig

Auch das erzählt etwas über Sandra Hüller. Sie will kein glattes, durchhörbares Album liefern, sondern etwas Raues, Kantiges – die Ursprünglichkeit des Selbstgemachten. Mit ihren Songs auftreten möchte sie nicht – dazu, sagt sie, reiche das Material nicht.

Ihr Debütalbum enthält sieben Songs in einer Gesamtlänge von nur 20 Minuten – für ein Solokonzert zu wenig, doch auf dem Musikmarkt ein kleines Achtungs-Zeichen. Sandra Hüller ist nicht nur eine Ausnahme-Schauspielerin, sondern auch als Sängerin eine Persönlichkeit.

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