Festival

Das Zelt-Musik-Festival in Freiburg: Ein Festival für alle von 6 bis 96

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AUTOR/IN
Pia Masurczak

Es kling vielleicht nicht so magisch wie Glastonbury oder Fusion. Doch das Freiburger Zelt-Musik-Festival wird von den rund 150 000 Besucher*innen aus der Region heiß geliebt. Seit 1983 entsteht jährlich ein charmanter Mix aus Kleinkunst, Kirmes und Livebands – ein buntes Lineup also, das wirklich jede*n ansprechen will.

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Typisch Freiburg: Ein Festival in Fahrraddistanz

„Deswegen ist Freiburg immer eine Reise wert“, sagt Kleinkünstler Jan: „Ich will ehrlich sein: Wenn ich das in Berlin mache, klatscht keiner. Und hier gibt’s schon Standing Ovation.“

Ja, ja, so blickt man aus Großstadt-Perspektive gern auf das Freiburger Zelt-Musik-Festival. Ein bisschen Provinz. Wie fast alles in Freiburg, in Fahrrad-Distanz zur Innenstadt und dann liegt es auch noch direkt neben dem Tierpark.

Familienspaß für alle also, mittags Dromedare und Erdmännchen gucken, dann noch schnell aufs Festival. Ein bisschen Musik. Ein bisschen Kleinkunst.

Kirmes, Kleinkunst, Nachwuchs-Bands

Einmal im Jahr, immer im Juli, werden auf einer Wiese vor der Stadt drei große Zirkuszelte aufgebaut. Nachmittags ist auf dem für alle kostenlos zugänglichen Gelände eher Kirmes-Stimmung.

Je näher der Abend rückt umso mehr tritt aber die Musik in den Vordergrund. Dazu gehört auch, dass Nachwuchs-Bands aus der Region eine Bühne geboten wird.

 Von Nina Simone bis Sophie Hunger          

Aber das Zelt-Musik-Festival kann mit ziemlich großen Namen aufwarten. Musikhistorisch sowieso: Nina Simone, Mikis Theodorakis und Juliette Gréco zum Beispiel.

Auch die aktuelleren Namen im Programm lassen sich hören: Deichkind, Jamie Cullum oder Sophie Hunger etwa. In der eher ausgedünnten Pop- und Rockkonzertlandschaft der Region ein verlässliches Highlight – allerdings ohne Fokus auf ein Genre.

Große Shows und zahlreiche Nebenevents

Der ironisierte Schlager von Dieter Thomas Kuhn ist genauso regelmäßiger Gast wie Clueso und Helge Schneider. Die großen Shows im Zirkuszelt – und dazu gehört Helge Schneider seit 1997 – sind meist schnell ausverkauft und mit 40 Euro aufwärts nicht ganz billig.

Doch weil das Zelt im Juli ohnehin einer Sauna gleicht, ist für viele Besucher der Hügel vor dem Zelt der eigentliche Haupt-Platz. Hier entspannt im Gras liegen, Bier trinken und zum Beispiel der Kölner Band Bukahara zuhören, und das auch noch kostenlos: Das beschreibt einen typischen Zelt-Musik-Festival-Abend vielleicht am besten.

Das Festival will unbedingt für jede*n da sein

Das Zelt-Musik-Festival will wirklich für alle da sein – manchmal ein bisschen zu sehr, wenn das Line Up unbedingt jeden zwischen 6 und 96 ansprechen will.

Aber meistens entsteht aus diesem Anspruch ein sehr charmanter Mix, der viele Besucher*innen in den drei Festival-Wochen für mehr als einen Abend auf die Wiese neben den Tierpark lockt.

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