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„Come what may“: Jane Monheit ist bereit für „Komme was wolle“

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Ein neues Album von Jane Monheit ist schon deswegen ein Ereignis, weil es so selten ist. Die US-amerikanische Jazz-Sängerin hat sich in den vergangenen Jahren rar gemacht, tourte lieber nur durch kleine Clubs und kümmerte sich um ihre Familie, gab Gesangsunterricht. Das Ereignis heißt nun „Come what may“, also „Komme was wolle“ — ein sehr entspannter Titel für das Album einer Sängerin, die weiß was sie will.

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Eleganz und Lässigkeit

Mit einem alten Klassiker von Harold Arlen und Ira Gershwin zeigt Jane Monheit, dass ihre Stimme das gewisse Etwas hat, das man an keiner Hochschule lernen kann. Das muss sie in die Wiege gelegt bekommen haben.

1977 wurde Jane Monheit auf Long Island geboren. Die Insel vor New York hat schon immer den Ruf, auch eine Musiker- und Künstlerkolonie zu sein und tatsächlich kommt sie aus einer sehr musikalischen Familie.

„Jeder von uns konnte singen und dazu noch ein Instrument spielen. Dazu hatte ich noch das große Glück, während meiner Schulzeit musikalisch sehr gefördert zu werden.“

Das gesamte Umfeld habe sie sehr beeinflusst, erzählt Jane Monheit. Als Teenagerin schwärmte sie für viele Sängerinnen. Den Karrierestart von Mariah Carey bekam sie sogar hautnah mit, denn die wurde auch auf Long Island geboren.

Jane Monheit (Foto: Pressestelle, Kharen Hill)
Jane Monheit Pressestelle Kharen Hill

Teure Ausbildung — erste Jobs

Jane Monheit studierte an der Manhattan School of Music, einem privaten Konservatorium mit exorbitant hohen Studiengebühren. Mehr als 50.000 Dollar sind für jedes akademische Jahr zu berappen. Da traf es sich gut, dass die junge Sängerin parallel gut bezahlte Gigs in den zahlreichen Clubs und Restaurants auf Long Island annehmen konnte.

Dabei wurde sie enorm sattelfest im Standardrepertoire, denn wer sich dort teuren „Lobster“ zu Mondpreisen servieren lässt, will nebenbei auch mit guter Musik unterhalten werden. Schrille Töne sind da eher weniger gefragt und so kultivierte Monheit ihren Sound.

Mit dem Durchbruch kamen die Zwänge

Mit gerade einmal 20 Jahren gewann die junge Sängerin einen Preis beim sehr arrivierten Thelonious Monk-Wettbewerb in New York. Monheit bekam einen Vertrag bei einem Label und nahm in schneller Folge vier CDs auf. Die erste war finanziell ein Erfolg, dann relativierte sich der Umsatz auf den Kreis der Jazzliebhaber*innen.

Über ihre guten wie schlechten Erfahrungen redet die Künstlerin heute ganz offen: Ständig seien Ansprüche an sie gestellt worden, es sei Druck aufgebaut worden, mehr Popmusik aufzunehmen, um finanziellen Erfolg zu haben. Sie habe dem nachgegeben, aber sei dabei jede Minute unglücklich gewesen, so Jane Monheit.

Am Ursprung zurück

Diese Zeiten seien aber jetzt vorbei. Mit dem Album „Come what may“ sei sie wieder dort gelandet, wo sie absolut hingehöre. Fünf Jahre hat es gedauert bis Jane Monheit ihre neue CD realisieren konnte. Das Warten und die Beharrlichkeit der Sängerin haben sich absolut gelohnt.

Mit dem Great American Songbook ist sie aufgewachsen, sie kennt jeden Titel in- und auswendig, seine Geschichte und tiefere Bedeutung. Gemeinsam mit einem handverlesenen Ensemble, das Schlagzeuger und Ehemann Rick Montalbano zusammengestellt hat, ist so ein sehr persönliches und intensives Album entstanden.


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